Streit um IPCC-Bericht gefährdet Zeitplan für Klimakonferenz 2028

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Der Weltklimarat IPCC steckt in einem Streit über den Zeitplan und das Budget für seinen nächsten Sachstandsbericht. Eine Gruppe von Staaten fordert, die Veröffentlichung zentraler Teile des siebten Berichts um ein Jahr zu verschieben.

Zu den Ländern, die auf eine Verzögerung drängen, gehören Saudi-Arabien, China, Indien und Russland. Sie begründen ihre Forderung damit, dass weitere Erkenntnisse und Daten aus Ländern des Globalen Südens berücksichtigt werden müssten.

Eigentlich sollen wichtige Teile des sogenannten AR7 im Jahr 2028 erscheinen. Der Bericht wäre damit rechtzeitig zur Klimakonferenz COP 33 verfügbar. Bei dem Treffen soll eine globale Bestandsaufnahme der bisherigen Fortschritte bei den Klimazielen vorgenommen werden.

Eine Plenarsitzung in Addis Abeba zog sich am vergangenen Freitag so lange hin, dass weder eine Einigung über den Zeitplan noch über das Budget erreicht wurde. Nach Angaben aus dem Umfeld des IPCC handelt es sich um die bislang schwerste interne Krise des Gremiums.

Welche Folgen der Streit für die weitere Arbeit hat, ist derzeit unklar. Carl-Friedrich Schleussner vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse im österreichischen Laxenburg verwies darauf, dass wichtige Forschungstreffen möglicherweise nicht stattfinden könnten. Forschende aus Entwicklungsländern könnten sich eine Teilnahme ohne finanzielle Unterstützung des IPCC oft nicht leisten.

Eine Verschiebung des Berichts könnte auch die Verhandlungen bei der COP 33 erschweren. Ohne aktuelle wissenschaftliche Daten würde der Konferenz eine wichtige Grundlage für die Bewertung der weltweiten Klimapolitik fehlen. Strengere Vereinbarungen zum Klimaschutz könnten dadurch unwahrscheinlicher werden.

Der Streit fällt in eine Phase, in der die globalen Emissionen aus fossilen Brennstoffen laut Messungen des Global Carbon Project einen Höchststand erreicht haben. Ein Bericht der Uno geht zudem davon aus, dass sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um 2,8 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter erwärmen könnte.

Mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die am aktuellen IPCC-Bericht arbeiten, sprechen sich in einem offenen Brief für die Einhaltung des bisherigen Zeitplans aus. Sie erklären, die Datengrundlage sei umfassender als beim vorherigen Bericht und berücksichtige alle Kontinente, Disziplinen und Perspektiven.

Der IPCC reagierte auf eine Anfrage nicht.


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