Israel kündigt nach Schusswaffenvorfall Abriegelung des Westjordanlands an

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Nach einem Schusswaffenvorfall nahe der Stadt Hebron im Westjordanland bereitet Israel eine weitreichende Abriegelung des palästinensischen Gebiets vor. Bei dem Vorfall wurden fünf Menschen verletzt, zwei von ihnen befanden sich nach Angaben des Rettungsdienstes in Lebensgefahr.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Israel habe einen „schweren Terroranschlag“ verhindert. Soldaten hätten dabei zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet. Netanjahu wies das Militär an, einen Sperrgürtel um Hebron zu errichten und sich ab Freitag auf eine „vollständige Abriegelung des gesamten Westjordanlands“ vorzubereiten.

Mit den Maßnahmen sind nach Angaben der israelischen Regierung auch großangelegte Razzien verbunden. Das israelische Militär teilte mit, seine Soldaten seien nach dem Schusswaffenangriff in die Nähe Hebrons geeilt. Sie hätten dort zwei „Terroristen eliminiert“ und würden die Durchsuchungen in der Region fortsetzen.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP beobachtete den Vorfall an einem Kontrollpunkt nahe Hebron. Nach seinen Angaben waren zwei Palästinenser mit einer Pistole und einem automatischen Gewehr bewaffnet. An dem Kontrollpunkt kam es zu einem Schusswechsel mit israelischen Streitkräften. Die beiden Angreifer wurden schließlich erschossen.

Netanjahu sprach den beteiligten Soldaten seine Anerkennung aus und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. In Gruppen des Onlinedienstes Telegram hieß es, dass in der Region bereits zahlreiche Kontrollpunkte geschlossen worden seien.

Der Konflikt mit den Palästinensern ist auch ein wichtiges Thema im israelischen Wahlkampf. Für den 27. Oktober ist die Wahl eines neuen Parlaments vorgesehen. Rechte Politiker werben bei ihren Anhängern mit einem harten Vorgehen gegen palästinensische Gewalt. Die zunehmenden Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland sprechen sie dagegen laut dem Bericht kaum an.

Umfragen zufolge könnte es sowohl für das Lager des amtierenden Ministerpräsidenten Netanjahu als auch für die Opposition schwierig werden, eine Mehrheit zu erreichen. Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg von 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler.


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