Der frühere US-General Ben Hodges hält einen Frieden in der Ukraine derzeit nicht für absehbar. Als Grund nennt er vor allem fehlende Zugeständnisse Russlands und kritisiert den Kurs von US-Präsident Donald Trump.
Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Darstellung des Berichts zu Zugeständnissen bereit sei, komme der russische Präsident Wladimir Putin Kiew seit Monaten nicht entgegen. Dennoch behaupte Trump, man sei einem Frieden so nahe wie noch nie.
Diese Einschätzung weist Hodges zurück. In einem Gespräch mit dem „RND“ bezeichnete er Trumps Aussage als lächerlich und erklärte, Frieden sei nicht in Sicht.
Hodges sieht insbesondere kein Entgegenkommen der russischen Seite. Russland habe kein einziges Zugeständnis gemacht, sagte der frühere General. Zugleich habe Trump Moskau nach seiner Einschätzung nicht zu solchen Schritten aufgefordert, sondern vor allem Druck auf die Ukraine ausgeübt.
Auch die Auswahl der US-Unterhändler kritisiert Hodges. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hatte dem Bericht zufolge rund drei Stunden mit Putin in Sankt Petersburg gesprochen. Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner seien an Gesprächen mit Russland beteiligt gewesen, aber keine ausgebildeten Diplomaten. Hodges bezeichnete sie deshalb sinngemäß als Immobilienmakler statt als Diplomaten.
Nach Einschätzung des früheren US-Generals versucht Moskau außerdem, Europa aus den Verhandlungen herauszuhalten. Dass kein europäisches Land zu den Gesprächen eingeladen worden sei, zeige, dass Russland Europa dabei kein Mitspracherecht einräume.
Besorgt äußerte sich Hodges auch über ein mögliches Treffen von Trump, Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des APEC-Gipfels im November. Putin strebe ein solches Treffen an, während Trump sich dafür offen gezeigt habe.
Hodges vermutet, Russland wolle Trump dabei auf seine Seite gegen die Ukraine ziehen. Es werde gezielt nach einer Vereinbarung über die Köpfe der Ukrainer hinweg gesucht. Selenskyj fordert deshalb, dass die Ukraine an Gesprächen über ihre Zukunft beteiligt wird.
Die Einschätzungen von Hodges folgen auf einen russischen Angriff auf das historische Zentrum von Kiew. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet worden. Der Angriff erfolgte dem Bericht zufolge kurz nach Witkoffs Gespräch mit Putin.

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