Skandalwerbung in Ohio setzt JD Vance im Rennen um Trumps Nachfolge unter Druck

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US-Vizepräsident JD Vance gerät im Midterm-Wahlkampf in Ohio zunehmend unter Druck. Auslöser ist eine umstrittene Fernsehwerbung gegen die demokratische Gouverneurskandidatin Amy Acton, hinter die sich Vance trotz Kritik aus den eigenen Reihen gestellt hat.

In dem Werbespot wird Acton von ihrer Mutter Donna Arthur als „lebenslange Lügnerin“ bezeichnet. Acton hat ihre Mutter jedoch seit fast 50 Jahren nicht mehr gesehen. Hintergrund ist der Vorwurf, dass sie als Kind von ihrem damaligen Stiefvater Cledith Arthur sexuell missbraucht worden sein soll, während ihre Mutter an seiner Seite blieb.

Actons republikanischer Gegenkandidat Vivek Ramaswamy ließ die Werbung nach den vorliegenden Angaben mit einem Budget von vier Millionen Dollar im Fernsehen ausstrahlen. Der Fall löste auch innerhalb der Republikanischen Partei Empörung aus.

Die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, bezeichnete Ramaswamy als „üblen Typen“. Vance stellte sich dagegen hinter seinen Parteifreund. Er zeigte sich „angewidert“ über die Kritik aus den eigenen Reihen und beklagte sich über Republikaner, „die mehr über diese Werbung jammern“.

Der Streit kommt für Vance zu einem politisch wichtigen Zeitpunkt. Der Vizepräsident wollte den Wahlkampf nutzen, um sich für eine mögliche Nachfolge von Donald Trump zu profilieren. Er gilt als einer der führenden Vertreter des MAGA-Lagers, das sich auf Trumps politische Bewegung „Make America Great Again“ bezieht.

Auch bei anderen Auftritten wurde Vance mit Kritik konfrontiert. Der Witwer einer im Iran-Krieg gefallenen US-Soldatin sprach ihn auf Sicherheitsversäumnisse an. Eine Nonne kritisierte die Methoden der US-Einwanderungsbehörde ICE. Zudem musste Vance zu Korruptionsvorwürfen gegen Trump und dessen Familie Stellung nehmen.

Eine Szene bei den Cincinnati Bengals sorgte ebenfalls für Aufmerksamkeit: Als Vance die Footballspieler auf dem Weg in die Kabine begrüßen wollte, schüttelte ihm laut dem Bericht nur ein Spieler die Hand. Die übrigen Spieler gingen an ihm vorbei.

Nach einer jüngsten Umfrage liegt Vance im parteiinternen Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2028 derzeit mit 38 Prozent vor Außenminister Marco Rubio, der auf 20 Prozent kommt. Vance hat seine Kandidatur bislang nicht offiziell erklärt.

Ob er mit Trumps Unterstützung rechnen könne, beantwortete Vance mit den Worten: „Ich würde es annehmen.“ Zugleich sagte er: „Ich weiß nicht, Mann. Ich habe noch nicht mit ihm darüber gesprochen.“


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