Selenskyj bekräftigt Waffenstillstand und erhöht den Druck auf Trump

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview erneut erklärt, dass er einem sofortigen Waffenstillstand zustimmen würde. Auf die Frage nach einem Einfrieren der aktuellen Front antwortete er mit einem klaren „Ja“.

Damit widerspricht Selenskyj wiederholten Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Trump behauptet seit Jahren, der ukrainische Staatschef sei nicht wirklich an einer Einigung interessiert. Noch in der vergangenen Woche sagte er, Selenskyj wolle zwar eine Vereinbarung, aber keinen Frieden.

Selenskyj bekräftigte seine Position in einem Interview beim US-Sender Fox News. Moderator Brian Kilmeade hatte ihn gefragt, ob er den derzeitigen Frontverlauf akzeptiere. Der ukrainische Präsident erklärte, die Front müsse nun eingefroren werden. Diese Forderung vertritt Selenskyj nach Angaben des Berichts bereits seit Jahren.

Dass die Kämpfe trotzdem weitergehen, wird in dem Bericht vor allem Russland zugeschrieben. Moskau wolle die östlichen Regionen der Ukraine einnehmen, insbesondere den Donbass. Für einen Waffenstillstand oder ein Friedensabkommen müsste Trump daher Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin ausüben, damit dieser von seinen Zielen abrückt.

Der Donbass umfasst die ukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk. Russische Truppen haben Luhansk nahezu vollständig eingenommen. In Donezk kontrollieren sie den Angaben zufolge bislang rund 80 Prozent. Zuletzt mussten russische Einheiten nördlich von Lyman nach einer ukrainischen Operation mehrere Hundert Quadratkilometer räumen.

Der Militärexperte Nico Lange sagte ntv.de, Russland habe an der Front in diesem Jahr bislang nichts erreicht. Was auf dem Schlachtfeld nicht gelinge, wolle Putin am Verhandlungstisch durchsetzen. Auf den von Selenskyj angebotenen sofortigen Waffenstillstand gehe der Kreml deshalb nicht ein.

Die Ukraine lehnt eine Aufgabe des Donbass ab. Dauerhafte Gebietsabtretungen seien nach ukrainischem Recht ausgeschlossen. Auch in der Bevölkerung und in der Politik gebe es keine Mehrheit für eine zeitweise Räumung der Region. Zudem warnen Fachleute vor militärischen Risiken.

In Donezk hat die Ukraine dem Bericht zufolge einen stark befestigten Gürtel mit Gräben und Minenfeldern um Slowjansk, Kramatorsk, Druschkiwka und Kostjantyniwka aufgebaut. Hinter diesen Städten sei das Gelände weniger gut zu verteidigen. Oberst Markus Reisner warnte, Russland könnte nach einer Einnahme des Donbass in offeneres Gebiet vorstoßen und weiter nach Westen angreifen.

Auch ein Waffenstillstand würde die Gefahr weiterer Kämpfe nach Einschätzung des Berichts nicht automatisch beseitigen. Russland habe frühere Teil- und Waffenstillstände gebrochen. Zudem habe der Kreml weitere ukrainische Gebiete im Blick, darunter Cherson und Saporischschja. Russische Truppen seien außerdem bereits in Richtung Charkiw und Dnipropetrowsk vorgestoßen und hätten 2022 zeitweise Kiew erreicht.

US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete das noch von der Ukraine gehaltene Gebiet in Donezk als Kern des Konflikts. Dort liege die letzte mögliche Verteidigungslinie. Wenn die Ukraine diese aufgebe, gebe es nichts mehr, um Kiew zu schützen.

Trotz dieser Einschätzungen übt Trump laut dem Bericht weiterhin vor allem Druck auf Selenskyj aus. Der Sicherheitsexperte Frank Umbach sieht darin ein Zeichen dafür, dass Putin sich in seiner Haltung bestätigt fühlen könnte. Auch die frühere US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton äußerte die Vermutung, der Kreml könne möglicherweise kompromittierendes Material über Trump besitzen.


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