Pawel Prigoschin soll Wagner-Netzwerk in der Zentralafrikanischen Republik führen

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Nach dem Tod des Wagner-Gründers Jewgeni Prigoschin soll sein Sohn Pawel die Geschäfte der Söldnergruppe in der Zentralafrikanischen Republik fortführen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf ehemalige Wagner-Mitarbeiter, Regierungsvertreter, Geschäftsleute und Forscher.

Demnach steht der heute 28-Jährige weiterhin an der Spitze eines Netzwerks, das militärischen Schutz, Rohstoffgeschäfte und organisierte Kriminalität verbindet. Zu den Aktivitäten sollen der Handel mit Gold und Waffen sowie Geschäfte mit Drogen gehören. Die legalen und illegalen Einnahmen der Familie werden von der Genfer Denkfabrik Global Initiative Against Transnational Organized Crime auf mehr als 400 Millionen Dollar jährlich geschätzt.

Nach Prigoschins Tod bei einem Flugzeugabsturz im Sommer 2023 versuchte der Kreml, die Kontrolle über das Söldnerimperium zu übernehmen. Das russische Verteidigungsministerium gründete für Einsätze in Afrika das Afrika-Korps. Die dortigen Wagner-Verbände sollten in diese direkt dem russischen Militär unterstellte Struktur eingegliedert werden.

In der Zentralafrikanischen Republik konnte Pawel Prigoschin seine Stellung dem Bericht zufolge jedoch behaupten. Präsident Faustin-Archange Touadéra soll Moskau darum gebeten haben, die Wagner-Kämpfer nicht durch Soldaten des Verteidigungsministeriums zu ersetzen. Zudem seien die Söldner in Polizei, Armee und Geheimdienste des Landes eingebunden worden.

Von der Hauptstadt Bangui aus sollen Pawel Prigoschin und rund 500 Wagner-Kämpfer ihre Einsätze und Geschäfte organisieren. Sie sollen den Präsidenten persönlich schützen, gegen Rebellen kämpfen und Goldminen kontrollieren. Prigoschin lebt laut dem Bericht in Sankt Petersburg und reist regelmäßig nach Bangui. Dort soll er in einem von Bewaffneten bewachten Luxushotel wohnen, das als Wagner-Hauptquartier gilt.

Mit Zustimmung der Regierung soll die Förderung in der größten Goldmine des Landes ausgeweitet worden sein. Nach Angaben der Global Initiative hat die jährliche Produktion dort einen Wert von rund 250 Millionen Dollar. Regierungsvertreter sollen außerdem zugestimmt haben, das Gold in Dokumenten als Staatseigentum auszuweisen. Dadurch könnten internationale Kontrollen umgangen werden. In den vergangenen drei Monaten seien die Lieferungen über Belarus erfolgt.

Wagner soll außerdem Rebellengruppen im Sudan und in Libyen mit Waffen versorgen. Darüber hinaus kontrolliere das Netzwerk einen großen Teil des lokalen Marktes für Tramadol, ein verschreibungspflichtiges opioidhaltiges Schmerzmittel. Örtliche Aktivisten machen verbündete Milizen für Entführungen, außergerichtliche Tötungen und Angriffe auf Goldschürfer verantwortlich.

Auch über Medien sichere Wagner seinen Einfluss. Die Organisation finanziere Radiosender, die Touadéra unterstützten, Russland priesen und antiwestliche Botschaften verbreiteten. Warum der Kreml Pawel Prigoschin in der Zentralafrikanischen Republik gewähren lässt, bleibt laut dem Bericht unklar. Ein mögliches Abkommen mit Moskau ist nicht belegt.


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