Nach gescheiterter Hinrichtung: Christa Pike kann wieder sprechen

Die zum Tode verurteilte Christa Pike kann nach einer gescheiterten Hinrichtung wieder gehen und vollständige Sätze sprechen. Die US-Amerikanerin war in Tennessee mit einer Giftspritze hingerichtet worden, doch die Exekution wurde nach zwei Dosen Pentobarbital abgebrochen.

Am 30. September sollte Pike sterben. Sie überlebte jedoch und wurde bewusstlos sowie in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht. Rund drei Wochen später zeigte sie nach Angaben ihres Anwalts deutliche Fortschritte.

Der Anwalt sagte dem US-Portal „TMZ“, Pike könne zunehmend selbstständig gehen. Auch ihre Sprache habe sich verbessert. Sie könne wieder klarer kommunizieren und ganze Sätze bilden.

Wie sich ihr Gesundheitszustand langfristig entwickelt, ist noch unklar. Ihre psychische Verfassung werde weiterhin untersucht. Erst in einem Monat oder später könne besser eingeschätzt werden, ob dauerhafte Schäden zurückbleiben.

Noch Anfang Oktober hatten ihre Anwälte nach eigenen Angaben zeitweise befürchtet, Pike könne hirntot sein. Dann sei sie überraschend aufgewacht und habe wieder zu sprechen begonnen. Zu ihren ersten Fragen gehörten: „Wo bin ich?“ und „Wer bist du?“

Die gescheiterte Hinrichtung hinterließ demnach schwere Verletzungen. Nach Angaben ihrer Anwälte waren Pikes Arme geschwollen, verbrannt und voller Blasen. Beim Versuch, einen intravenösen Zugang zu legen, sollen mindestens sieben Nadeln verwendet worden sein. Eine Nadel sei beim Herausziehen im 90-Grad-Winkel verbogen gewesen.

Pike wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen und in das Gefängnis zurückgebracht. Dort wird sie weiter medizinisch behandelt.

Die heute 50-Jährige war wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Mitschülerin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Laut Gerichtsunterlagen folterte und tötete Pike ihr Opfer 1995 in Knoxville. Zum Zeitpunkt der Tat war sie 18 Jahre alt.

Nach dem Abbruch der Hinrichtung stoppte Tennessees Gouverneur Bill Lee die für das restliche Jahr geplanten Exekutionen. Außerdem ordnete er eine unabhängige Untersuchung an. Wie es mit Pike und ihrem Todesurteil weitergeht, ist bislang offen.


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