Kanadas strategische Ahornsirup-Reserve in der Provinz Québec wird voraussichtlich bis Ende Februar 2027 vollständig aufgebraucht sein. Das teilte der Branchenverband PPAQ mit.
Bei den verbliebenen Beständen handelt es sich um mehr als 35 Millionen Pfund Ahornsirup – knapp 16 Millionen Kilogramm. Die Mengen seien bereits verkauft und würden bis Ende Februar 2027 an die Käufer ausgeliefert, erklärte ein Verbandssprecher.
Die strategische Reserve wurde eingerichtet, um Schwankungen bei den Ernten auszugleichen und eine vergleichsweise stabile Versorgung sowie Preisentwicklung zu ermöglichen. Nach Angaben des Verbandes werden die zur Neige gehenden Vorräte zunächst keine gravierenden Folgen haben. Die Käufer verfügten derzeit über volle Lager, weshalb vorerst kein Versorgungsengpass erwartet werde.
Zu den konkreten Gründen für die aktuelle Entwicklung machte der Verband auf Nachfrage keine Angaben. Im vergangenen Jahr hatten sich jedoch Importeure aus dem Ausland mit größeren Mengen eingedeckt. Besonders aus den USA waren Hamsterkäufe gemeldet worden.
US-Kundinnen und -Kunden wollten sich damals wegen des Zollstreits zwischen den USA und Kanada mit Vorräten versorgen, um möglichen künftigen Zöllen zuvorzukommen. Nach Angaben der kanadischen Regierung stiegen die Exporte in die USA zwischen 2024 und 2025 um 17 Prozent. Insgesamt wurden 53,3 Millionen Kilogramm exportiert.
Aktuell ist kanadischer Ahornsirup von US-Einfuhrzöllen ausgenommen. Im Jahr 2025 gingen rund 65 Prozent der kanadischen Ahornsirup-Exporte in die USA. Nach Deutschland gingen gut sieben Prozent.
Die Branche hofft nun auf eine gute Erntesaison 2027, um die strategische Reserve wieder aufzufüllen. Sollte die Ernte schlecht ausfallen und der Puffer leer sein, könnte der Schutz vor plötzlichen Preissteigerungen fehlen. Verbraucher im Ausland müssten dann möglicherweise spürbar mehr bezahlen.
Québec ist weltweit führend bei der Ahornsirup-Produktion. Laut kanadischer Regierung entfielen 2025 insgesamt 75 Prozent der weltweiten Produktion auf die kanadische Industrie; 90 Prozent davon kamen aus Québec.

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