US-Politiker Brad Lander bei Olivenernte im Westjordanland festgesetzt

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Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben und Berichten von Menschenrechtsorganisationen den US-Politiker Brad Lander bei einer Olivenernte im Westjordanland festgesetzt. Lander begleitete dort gemeinsam mit weiteren Aktivisten palästinensische Bauern. Später kam er nach eigenen Angaben wieder frei.

Die Organisation Rabbis for Human Rights und Lander selbst machten den Vorgang auf X öffentlich. Nach Angaben der Sicherheitskräfte blieben weitere Helfer zunächst in Gewahrsam. Unter ihnen waren demnach offenbar auch mehrere US-Bürger.

Aktivisten begleiten palästinensische Bauern nach eigener Darstellung regelmäßig bei der Ernte, um sie vor Übergriffen zu schützen. Die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland habe sich in den vergangenen Monaten verschärft.

Das israelische Militär erklärte, die Bauern und Freiwilligen hätten vor Beginn der Ernte keine Genehmigung eingeholt. Die Festnahmen seien wegen eines Sicherheitsrisikos erfolgt, das von einer unkoordinierten Ernte in der Nähe einer israelischen Siedlung ausgehe. Die Ankunft von Dutzenden Aktivisten wertete das Militär demnach als ausschließlich provokative Aktion, die den Erntevorgang untergrabe.

Lander kritisierte auf X die israelische Besatzung des Westjordanlands als Verbrechen nach internationalem Recht. Oliven zu ernten, sei nach keinem ihm bekannten Gesetz ein Verbrechen, schrieb der US-Politiker. Die Festnahmen seien ein weiterer Versuch, die Rechte der Palästinenser zu untergraben.

Der 57 Jahre alte Lander stammt aus einer jüdischen Familie und hat Israels Krieg im Gazastreifen wiederholt kritisiert. Medienberichten zufolge gilt der Demokrat als Verbündeter des neuen New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani. Lander kandidiert am 3. November für das US-Repräsentantenhaus.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. Dort leben nach den vorliegenden Angaben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler. Die Siedlungen gelten nach dem Völkerrecht als illegal.

Angesichts der laufenden Olivenernte haben Uno-Menschenrechtsexperten Israel dazu aufgerufen, palästinensische Olivenbauern vor Übergriffen zu schützen. Nach Uno-Angaben gab es im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der Ernte 178 Angriffe von Siedlern auf 88 palästinensische Gemeinden. Dabei seien mehr als 6000 Bäume und Setzlinge mutwillig beschädigt worden.


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