EU-Kommission prüft Schutzmaßnahmen von Booking.com gegen Betrug

Die EU-Kommission hat Ermittlungen gegen das Reiseportal Booking.com eingeleitet. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass die Plattform ihre Nutzer nicht ausreichend vor Betrugsangeboten schützt.

Nach Angaben einer EU-Beamtin gibt es in Europa Tausende gefälschte Anzeigen für Hotels und Ferienwohnungen. Kriminelle bieten dabei Unterkünfte an, die nicht existieren oder ihnen nicht gehören. Reisende riskieren, für eine Unterkunft zu bezahlen, in der sie anschließend nicht übernachten können.

Auch Booking.com selbst habe einen deutlichen Anstieg solcher gefälschten Angebote festgestellt, erklärte die EU-Beamtin. Nach einer vorläufigen Einschätzung der EU-Kommission unternimmt das Unternehmen bislang nicht genug, um gegen die Betrugsfälle vorzugehen.

Die Ermittler prüfen außerdem, welche persönlichen Daten der Nutzer an Hotelanbieter weitergegeben werden und ob diese Informationen ausreichend geschützt sind. Gelangen Kundendaten in die Hände von Betrügern, können diese damit täuschend echte Nachrichten verschicken. Dazu gehören etwa gefälschte Zahlungsaufforderungen, durch die Urlauber Geld verlieren können.

„Europäerinnen und Europäer sollten ihren Urlaub buchen können, ohne Angst vor Betrügern haben zu müssen“, erklärte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen.

Zusätzlich untersucht die EU die Darstellung der Suchergebnisse auf Booking.com. Dabei geht es um die Frage, ob bezahlte Platzierungen deutlich genug als Werbung gekennzeichnet sind. Hotelanbieter können dafür bezahlen, in den Suchergebnissen weiter oben angezeigt zu werden.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte die EU ein Bußgeld von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Booking.com mit Sitz in Amsterdam kündigte an, konstruktiv mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Die Untersuchung soll in den kommenden Monaten fortgesetzt werden.


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