Bundesregierung plant standardmäßigen Schutz von Häusern vor Naturgefahren

Die Bundesregierung will Wohngebäude künftig besser gegen Schäden durch Naturgefahren absichern. Ein Eckpunktepapier von Finanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig sieht vor, dass neue Gebäudeversicherungen standardmäßig auch Risiken wie Hochwasser, Starkregen, Erdrutsche und Erdbeben abdecken.

Nach dem Willen der beiden Ministerien sollen alle Wohnhäuser zumindest teilweise gegen die Folgen von Überschwemmungen oder Erdrutschen versichert werden. Die Eckpunkte dienen als Grundlage für einen geplanten Gesetzentwurf. Das Papier liegt nach Angaben der Quelle auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Für neu abgeschlossene Versicherungen soll der Schutz gegen weitere Naturgefahren künftig automatisch Bestandteil der Gebäudeversicherung sein. Eigentümerinnen und Eigentümer müssten im Schadensfall den Plänen zufolge höchstens 20.000 Euro selbst tragen. Bereits bestehende Gebäudeversicherungen sollen erweitert werden können.

Justizministerin Hubig begründete den Vorstoß mit der Erwartung, dass Extremwetter infolge des Klimawandels künftig häufiger große Schäden an Häusern verursachen könnte. Gleichzeitig müsse der Versicherungsschutz für Eigentümer und Mieter bezahlbar bleiben.

Derzeit sind Schäden durch bestimmte Naturgefahren bei Gebäuden oder Hausrat nicht standardmäßig abgedeckt. Dafür ist in der Regel ein zusätzlicher Versicherungsbaustein nötig, die sogenannte Elementarversicherung. Dazu zählen unter anderem Schäden durch Hochwasser, Starkregen oder Erdbeben.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft begrüßte das Ziel, mehr Gebäude gegen Naturgefahren zu versichern. Eine Versicherungspflicht allein verhindere jedoch keine Schäden, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Zusätzlich seien verbindliche Maßnahmen zur Vorbeugung sowie eine staatliche Rückversicherung für extreme Naturkatastrophen notwendig. Eine solche Rückversicherung ist laut Quelle im Koalitionsvertrag vorgesehen.

Nach Angaben des Versicherer-Verbands sind in Deutschland 98 Prozent der Wohngebäude gegen Feuer, Sturm oder Hagel versichert. Einen zusätzlichen Schutz gegen Ereignisse wie Überschwemmungen oder Erdrutsche haben dagegen nur 59 Prozent. Solche Schäden könnten wegen des menschengemachten Klimawandels häufiger auftreten. Im Durchschnitt entstehen dadurch in Deutschland nach Angaben des Verbands jährlich Schäden von rund zwei Milliarden Euro.


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