Der häufige Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel steht laut einer kanadischen Studie mit Auffälligkeiten an kleinen Blutgefäßen im Gehirn in Zusammenhang. Untersucht wurden die Daten von 8783 Erwachsenen im Alter zwischen 35 und 69 Jahren.
Die Forscher teilten die Teilnehmer danach ein, wie viele hochverarbeitete Lebensmittel sie aßen. Dazu zählen unter anderem Tiefkühlpizza, süße Snacks und Fertiggerichte.
In der Gruppe mit dem höchsten Konsum traten die festgestellten Auffälligkeiten den Angaben zufolge 40 Prozent häufiger auf als in der Gruppe mit dem geringsten Konsum. Konkret fanden die Forscher bei 11,3 Prozent der Teilnehmer aus der Gruppe mit dem höchsten Konsum entsprechende Veränderungen. In der Gruppe mit dem geringsten Konsum waren es 8,1 Prozent.
Entdeckt wurden die Auffälligkeiten auf MRT-Aufnahmen. Spürbare Beschwerden mussten die Betroffenen nicht haben. Die Veränderungen können auf Schäden an kleinen Blutgefäßen hindeuten und frühe Anzeichen einer Hirngefäß-Erkrankung sein. Solche Erkrankungen können sich bereits Jahre entwickeln, bevor Probleme beim Denken oder Erinnern auftreten.
Ob die in der Studie beobachteten Auffälligkeiten später tatsächlich zu solchen Problemen führen, lässt sich aus den Ergebnissen jedoch nicht ableiten. Die Untersuchung erfasste die Teilnehmer nur zu einem bestimmten Zeitpunkt. Deshalb bleibt offen, ob der Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel den Veränderungen vorausging oder ob andere Faktoren eine Rolle spielten.
Auch bei zusätzlichen Auswertungen erwies sich der Zusammenhang zwischen der Ernährung und den Auffälligkeiten im Gehirn als weniger eindeutig. Einen klaren Zusammenhang mit den Leistungen bei Gedächtnis- und Denktests fanden die Wissenschaftler zudem nicht. Teilnehmer, die mehr hochverarbeitete Lebensmittel aßen, schnitten dabei also nicht nachweislich schlechter ab.
Die Forscher betonen, dass weitere Studien über längere Zeiträume notwendig sind, um die Ergebnisse einzuordnen.

Schreibe einen Kommentar