Bei einem Drohnenangriff auf einen Markt in der Grenzregion Abyei sind nach südsudanesischen Angaben 153 Menschen getötet worden. Zunächst war von 73 Todesopfern die Rede gewesen. Wegen anhaltender Brände gestaltet sich die Bergung der Leichen schwierig.
Durch den Angriff wurden zudem rund 8000 Menschen vertrieben. Die südsudanesische Regierung macht die sudanesische Armee für den Angriff verantwortlich und bestellte den sudanesischen Botschafter ein.
Abyei liegt zwischen dem Sudan und dem Südsudan. Die ölreiche Region wird von beiden Staaten gemeinsam verwaltet. Beide Länder erheben Anspruch auf das Gebiet, in dem es häufig zu ethnischen Konflikten kommt. Der jüngste Angriff gilt als der folgenschwerste in Abyei seit Jahren.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters war ein Treibstofflager auf dem Markt das Ziel der Drohne. Ein solches Lager soll in der Vergangenheit von den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) zur Versorgung ihrer Truppen genutzt worden sein.
Auch andere Orte im Sudan sind zuletzt von Drohnenangriffen betroffen gewesen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden am Montag mehrere Ziele in der Hauptstadt Khartum getroffen, darunter ein Gebiet in der Nähe des Flughafens. Am Wochenende gab es demnach zudem Angriffe auf die Bundesstaaten West-Darfur, Süd-Darfur und Nord-Kordofan.
Für die Angriffe werden beide Kriegsparteien verantwortlich gemacht. Lokale Behörden beschuldigen die RSF, den Angriff in West-Darfur verübt zu haben. Die RSF wiederum wirft der sudanesischen Armee vor, einen Markt in Süd-Darfur beschossen zu haben.
Im Sudan herrscht seit April 2023 Krieg zwischen der RSF und der Armee. In den inzwischen dreieinhalb Jahren des Konflikts wurden Zehntausende Menschen getötet und mehr als 14 Millionen vertrieben. Der Krieg hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst.

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