Die Wähler in der kanadischen Provinz Alberta haben sich deutlich gegen ein Referendum über eine mögliche Abspaltung von Kanada ausgesprochen. Nach vorläufigen Teilergebnissen votierten mehr als 76 Prozent für den Verbleib in der kanadischen Föderation.
Die Abstimmung war nicht bindend. Zur Wahl stand die Frage, ob ein Prozess eingeleitet werden soll, der später zu einem rechtlich bindenden Referendum über eine Abspaltung und die staatliche Unabhängigkeit Albertas führen könnte.
Die vorläufigen Zahlen veröffentlichte die Wahlbehörde nach der Auszählung von rund 60 Prozent der Wahlkreise. Insgesamt waren 3,1 Millionen Menschen wahlberechtigt. Das endgültige Ergebnis soll nach Angaben der Behörde am 29. Oktober bekannt gegeben werden.
Kanadas Premierminister Mark Carney begrüßte das Votum gegen die Abspaltung. Er bezeichnete das Ergebnis als Chance, das Land nun für alle besser zu machen. Carney, der in Alberta aufwuchs, hatte die Befürworter der Einheit Kanadas vor der Abstimmung zur Teilnahme aufgerufen.
Die nicht bindende Volksabstimmung war von Albertas konservativer Regierungschefin Danielle Smith einberufen worden. Zuvor hatte ein Richter ein geplantes Bürger-Referendum wegen verfassungsrechtlicher Bedenken gestoppt. Smith hatte erklärt, selbst gegen die Unabhängigkeit stimmen zu wollen. In ihrer Partei gibt es jedoch auch starke Kräfte, die eine Abspaltung befürworten.
Viele Separatisten begründen ihre Haltung mit wirtschaftlichen Interessen. Sie sind der Ansicht, dass die liberale Zentralregierung in Ottawa die Ölindustrie durch ihre Umweltpolitik behindert. Alberta gilt als wirtschaftsstark und verfügt über den Großteil der nachgewiesenen kanadischen Ölreserven.
Die Unabhängigkeitsbewegung in der westkanadischen Provinz hat zudem international Aufmerksamkeit erregt. US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt davon gesprochen, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen. Separatisten aus Alberta wurden vor einigen Monaten im Außenministerium in Washington empfangen. Der US-Tech-Unternehmer Elon Musk sprach sich Anfang Oktober für eine Abspaltung der Provinz von Kanada aus.

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