Katie Zacharia ist nach nur fünf Tagen im Amt als Pressesprecherin des Weißen Hauses entlassen worden. Ihrem Aus sei ein umstrittenes Interview mit dem Fox-News-Moderator Sean Hannity vorausgegangen.
Wie Politico berichtet, könnte die Stabschefin Susie Wiles eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung des Gesprächs gespielt haben. Zwei Informanten mit Kenntnis der internen Abläufe erklärten demnach, Wiles habe dabei geholfen, das Interview zu arrangieren. Zacharia soll nicht ihre erste Wahl für den Posten gewesen sein.
Hannity konfrontierte die neue Sprecherin in dem Gespräch mit ihrem holprigen ersten Pressebriefing und widersprüchlichen Angaben zu ihrer Anwaltskarriere. Bei ihrer ersten Fragerunde mit Journalisten hatte Zacharia lediglich drei Fragen zugelassen. Sie begründete dies mit einer sehr kurzen Vorbereitungszeit und erklärte, sie habe die Unterlagen erst am selben Morgen erhalten.
Auf die Frage, ob sie damit dem Stab des Weißen Hauses und damit auch Susie Wiles eine unzureichende Vorbereitung vorwerfe, geriet Zacharia laut dem Bericht in Erklärungsnot.
Hannity fragte außerdem nach ihrem Lebenslauf. Zacharia räumte ein, dass sie 2011 durch das Anwaltsexamen gefallen und die Prüfung nicht erneut abgelegt habe. Sie bestätigte auch, sich nach Rücksprache mit Beratern weiterhin als Anwältin bezeichnet zu haben. Zugleich erklärte sie, nie Rechtsberatung angeboten zu haben und nicht in den Anwaltsberuf einsteigen zu wollen.
Am Morgen nach dem Interview sagte Donald Trump vor Journalisten, Zacharia habe die Möglichkeit, den Job zu überdenken. Kurz darauf bestätigte das Weiße Haus ihre Entlassung. Laut Politico soll Trump hinter den Kulissen geäußert haben, Zacharia habe kein Talent und gehöre nicht ins Fernsehen.
Ein Informant bezeichnete das Interview laut Politico als gezielten „Abschuss“. Wiles habe Zacharia Hannity demnach regelrecht ausgeliefert. Vertreter des Weißen Hauses wiesen diese Darstellung jedoch zurück. Ein hochrangiger Mitarbeiter erklärte, Wiles und Hannity sprächen zwar miteinander, ein solches Manöver entspreche aber nicht ihrer Art. Kommunikationsdirektor Steven Cheung nannte die Vorwürfe „Spekulation“ und „Fiktion“.
Auch Fox News wies eine Einflussnahme zurück. Der Sender erklärte, Hannity entscheide selbst, wen er interviewe und welche Fragen er stelle. Ein Sender-Insider machte stattdessen Zacharias eigene Leistung für ihr Ausscheiden verantwortlich.
Mit ihrer Amtszeit von fünf Tagen blieb Zacharia sogar hinter dem früheren Kommunikationschef Anthony Scaramucci zurück, der nach elf Tagen gehen musste.

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