Ein ICE auf der Strecke von München nach Berlin hat am späten Sonntagnachmittag den planmäßigen Halt in Fulda verpasst. Der Zug hielt erst mehrere Minuten später im rund 18 Kilometer entfernten Hünfeld.
Betroffen war der ICE 596. Der Zug war um 12.45 Uhr in München gestartet und sollte unter anderem in Stuttgart, Frankfurt/Main, Fulda, Erfurt und Leipzig halten. Fulda wurde jedoch ohne Halt passiert.
Nach Angaben einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur, die sich an Bord befand, informierte eine Schaffnerin die Fahrgäste per Durchsage über den Vorfall. Sie habe den Lokführer nicht mehr rechtzeitig darauf aufmerksam machen können, dass der Zug in Fulda halten sollte.
Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte dagegen, der Triebfahrzeugführer habe den Halt versehentlich vergessen. Die Bahn bat die betroffenen Fahrgäste ausdrücklich um Entschuldigung.
In Hünfeld mussten alle Reisenden aussteigen, die nach Fulda wollten. Sie konnten mit einem Regionalzug zurückfahren. Weil der ICE für den Bahnsteig zu lang war, wurden die Türen der ersten Klasse auf dem Bahnhof nicht geöffnet.
Nach Angaben der Bahn können Betroffene eine Entschädigung beantragen. Der Vorfall war zudem nicht die einzige Beeinträchtigung auf der Fahrt nach Berlin. Rund eine Stunde zuvor hatte sich der Zug in Frankfurt um 15 Minuten verspätet, weil mehrere Wagen überfüllt waren. Das Zugpersonal forderte die Fahrgäste auf, sich im vorderen Zugteil zu verteilen, bevor die Fahrt fortgesetzt wurde.
Auch aus anderen Städten sind bereits Fälle bekannt, in denen ICE-Züge einen geplanten Halt verpasst haben. Genannt wurden unter anderem Straubing, Uelzen und Bitterfeld-Wolfen. In Wolfsburg kam es seit 2011 wiederholt zu solchen Vorfällen; 2024 wurde dort erneut ein ICE-Halt verpasst.

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