Illegale Baller-Liquids: Wie gefährliche Vapes Jugendliche erreichen

Illegale Flüssigkeiten für E-Zigaretten sorgen bei Jugendlichen für schwere gesundheitliche Probleme. Unter Namen wie „Baller-Liquids“, „Görke“ oder „Zombieliquids“ werden Substanzen verkauft, die synthetische Cannabinoide enthalten können.

Justin erlebte die Folgen nach einem Zug an seiner Vape selbst. Er bekam einen Krampfanfall und musste ins Krankenhaus. Heute warnt er Jugendliche davor, den Angaben über die Inhaltsstoffe solcher Liquids zu vertrauen.

Auch Sarah unterschätzte die Wirkung. Ihr wurde die Substanz als etwas angeboten, das wie Cannabis sei. Nach dem Konsum bekam sie große Angst und hatte nach eigener Schilderung das Gefühl, nicht wieder herauszukommen.

Synthetische Cannabinoide sollen die Wirkung von natürlichem Cannabis nachahmen. Sie können jedoch deutlich stärker wirken. Die Stoffe werden laut dem Bericht mit Vape-Flüssigkeit und Aromen vermischt und anschließend in Flaschen abgefüllt. Weil die Produkte illegal hergestellt werden, fehlt häufig ein verlässliches Etikett mit Angaben zum Inhalt.

Die Wirkung setzt über die Lunge sehr schnell ein. Möglich sind unter anderem starke Euphorie oder Betäubung, Wegtreten, Herzrasen, Erbrechen, Angstattacken und ein Kreislaufkollaps. Der akute Rausch kann nach etwa 15 bis 30 Minuten vorbei sein. Dadurch besteht die Gefahr, dass Konsumenten unmittelbar erneut konsumieren und eine Abhängigkeit entwickeln.

In Bayern häufen sich Fälle, bei denen Jugendliche nach dem Konsum solcher Liquids im Krankenhaus landen. An einer Realschule im ländlichen Bayern soll ein Schüler auf dem Schulhof kollabiert sein. Die Schule verbietet das Rauchen von Vapes auf dem gesamten Gelände.

Kriminalhauptkommissarin Stefanie Vollert informierte dort eine achte Klasse über gesundheitliche und rechtliche Folgen illegaler Drogen. Sie erklärte den Schülerinnen und Schülern auch, dass illegale Liquids meist nicht im regulären Handel erhältlich sind und sich durch fehlende oder unvollständige Kennzeichnungen unterscheiden können.

Der Zugang zu den Substanzen erfolgt laut dem Bericht häufig über soziale Medien. Auf Plattformen wie Instagram und TikTok ist der Handel mit illegalen Drogen zwar verboten. Dennoch werden problematische Beiträge und Accounts nicht immer sofort erkannt.

Auch der Konsum normaler Mehrweg-Vapes unter Jugendlichen hat zugenommen. Zwischen 2021 und 2025 vervierfachte er sich bei Mädchen, bei Jungen stieg er auf mehr als das Doppelte.

Justin und Sarah nutzen inzwischen ihre eigenen Social-Media-Accounts, um über ihre Erfahrungen aufzuklären. Ihre Botschaft: Jugendliche sollten sich nicht vom Gruppendruck zum Konsum gefährlicher Liquids bringen lassen.


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