Die USA prüfen offenbar den Einsatz der GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast Bomb gegen Iran. Nach einem Bericht des US-Senders CNN berücksichtigen US-Militärs die größte nichtatomare Bombe im US-Arsenal bei der Ausarbeitung möglicher Angriffspläne.
Als mögliche Ziele werden die Energie- und Nuklearinfrastruktur des Iran genannt. Die Bombe ist auch unter dem Namen MOAB oder „Mutter aller Bomben“ bekannt. Sollte sie gegen Iran eingesetzt werden, wäre es das erste Mal, dass die USA diese Waffe dort verwenden.
Im Iran hält man neue US-Angriffe trotz gegenteiliger Aussagen von Präsident Donald Trump weiterhin für möglich. Hussein Mohebi, ein Sprecher der iranischen Revolutionswächter, bezeichnete einen solchen Schritt in einem Interview mit der Zeitung „Tehran Times“ als realistische Möglichkeit. Die Regierung in Teheran sei auf ein entsprechendes Szenario vorbereitet.
Die Sorge vor einer erneuten Eskalation des Konflikts war zuletzt gestiegen. Trump hatte am vergangenen Donnerstag dementiert, Iran vor den Kongresswahlen Anfang November angreifen zu wollen. Die US-Regierung sprach zugleich von konstruktiven Gesprächen mit Teheran.
Die iranische Führung misstraut den Aussagen aus Washington. Sie verweist darauf, dass es auch während Verhandlungen mit den USA zu Angriffen gekommen sei.
Trump und der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu sprachen nach Angaben des US-Nachrichtenportals „Axios“ in der vergangenen Woche über eine mögliche neue großangelegte Militärkampagne gegen Iran. In israelischen Medien kursierten dazu unterschiedliche Darstellungen.
Einem Bericht zufolge soll Washington Israel zu einem Alleingang gegen Iran gedrängt haben. Der Sender N12 berichtete dagegen, US-Vertreter hätten den Eindruck gewonnen, dass Netanyahu selbst Trump zu neuen Angriffen bewegen wollte.
Der Krieg der USA und Israels gegen Iran hatte Ende Februar begonnen. Der Konflikt ist weiterhin ungelöst, die Verhandlungen stecken seit Monaten fest. Teheran und Washington hatten sich im Juni eigentlich auf ein Rahmenabkommen verständigt, das den Weg zu einer dauerhaften diplomatischen Lösung ebnen sollte. Zuletzt stand vor allem die Straße von Hormus im Mittelpunkt des Konflikts. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Irankrieg im März als völkerrechtswidrig.

Schreibe einen Kommentar