Unternehmen der kritischen Infrastruktur und Rüstungsbetriebe sollen künftig Drohnen aktiv abwehren dürfen. Das geht aus einem Sicherheitsplan des Bundesinnenministeriums hervor, über den die „Bild am Sonntag“ berichtet. Vorgesehen ist demnach ein nationaler Schutzschild gegen Drohnen und andere hybride Bedrohungen.
Von den erweiterten rechtlichen Möglichkeiten könnten unter anderem Wasserwerke und Stromanbieter profitieren. Hintergrund sind laut dem Bericht auch Forderungen nach den jüngsten Angriffen auf Umspannwerke.
Der Plan sieht außerdem neue, schnell verlegbare Einheiten in strategisch wichtigen Städten vor. Genannt werden Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf und Leipzig. Die Einheiten sollen den Luftraum über kritischen Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen und Bahnhöfen sowie über dem Regierungsviertel schützen.
Bundesinnenminister Dobrindt sagte der Zeitung, hybride Angriffe nähmen zu. Zugleich betonte der CSU-Politiker, Deutschland könne sich dagegen wehren.
Bundeskanzler Merz erklärte unterdessen, Deutschland sei entschlossen, seine Demokratie und sein Staatsgebiet zu verteidigen. Der Vorfall am Leipziger Flughafen sei inzwischen eindeutig und gerichtsfest zugeordnet. Die Bundesregierung macht Russland dafür verantwortlich. Moskau weist die Verantwortung zurück.
Anfang August war in der Nähe ukrainischer Transportmaschinen eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Nach Angaben von Merz hätte eine Explosion auf dem Flughafen ein Inferno auslösen können.
Die Bundesregierung rechnet mit weiteren hybriden Angriffen Russlands. Unter hybrider Kriegsführung wird eine Verbindung militärischer, wirtschaftlicher, geheimdienstlicher und propagandistischer Mittel verstanden. Dazu gehören auch Cyberattacken und Desinformationskampagnen, die etwa vor Wahlen Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen sollen.
Merz verglich die aktuelle Lage mit der kontroversen Nachrüstungsdebatte Anfang der 1980er-Jahre während des Kalten Krieges. Auch damals habe es Massenproteste gegeben. Heute wie damals sei es wichtig, den eingeschlagenen Kurs beizubehalten.
Die Meldung wurde am 6. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks ausgestrahlt.