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September 6, 2026
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Sachsen-Anhalt: Schulze räumt CDU-Niederlage ein – JU fordert Neuanfang

Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hat die Niederlage seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eingeräumt. Zugleich gratulierte er der AfD zum Wahlsieg. Wie es für ihn und die CDU weitergeht, ließ Schulze zunächst offen.

Im ARD-Interview sagte der Ministerpräsident, die Politik der Bundesregierung unter Kanzler Merz habe zu dem Ergebnis beigetragen. Die CDU habe häufig Gegenwind erlebt. Zugleich betonte Schulze, die Wahl sei kein „schwarzer Tag“ für Sachsen-Anhalt. Nun müsse mit dem Ergebnis umgegangen und das Signal der Wählerinnen und Wähler erkannt werden.

Innerhalb der CDU wurden nach der Wahlniederlage erste Rücktrittsforderungen laut. Die Junge Union Sachsen-Anhalt verlangt nach übereinstimmenden Medienberichten einen umfassenden Neuanfang. In einem Beschlusspapier fordert der Jugendverband demnach den Rücktritt und eine zeitnahe Neuwahl der gesamten Landesführung – vom Landesvorsitzenden bis zum Vorstand. Nach einer Niederlage dieses Ausmaßes dürfe es kein „Weiter-so“ geben.

Unklar ist weiterhin, ob das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in den Landtag einzieht. Hochrechnungen von ARD und ZDF sehen die Partei knapp über der Fünf-Prozent-Marke. Für die Mehrheitsverhältnisse wäre der Einzug entscheidend: Nach aktuellem Stand käme die AfD dann auf 39 von 83 Sitzen und hätte damit keine absolute Mehrheit.

Der Politikwissenschaftler Janek Treiber von der TU Dresden sieht in der Haltung des AfD-Landesspitzenkandidaten Siegmund zur möglichen Bildung einer Minderheitsregierung ein Problem für die Partei. Die AfD habe eine besondere Chance auf eine Machtübernahme. Zugleich verwies Treiber auf die Möglichkeit, eine Minderheitsregierung indirekt durch das BSW tolerieren zu lassen. Die BSW-Spitzenkandidatin Wittig hatte erklärt, bei bestimmten Projekten sei eine Zusammenarbeit mit der AfD vorstellbar.

Treiber hält außerdem eine gemeinsame Gegenkoalition von CDU, SPD, Grünen und Linken zur Verhinderung einer AfD-Regierung für wenig wahrscheinlich.

Auch bei der FDP gibt es personelle Konsequenzen. Nach dem verpassten Wiedereinzug in den Landtag kündigte Landesvorsitzende Hüskens ihren Rücktritt an. Offen war zunächst, ob sie ihr Amt sofort oder erst beim Landesparteitag im April des kommenden Jahres niederlegt. Eine Entscheidung sollte voraussichtlich am folgenden Tag fallen.

Eine Analyse der Wählerwanderung von Infratest dimap zeigt, dass die AfD vor allem Nichtwähler mobilisierte. Schätzungsweise rund 157.000 frühere Nichtwähler stimmten für die Partei. Zudem wechselten 83.000 ehemalige CDU-Wähler und rund 19.000 Stimmen aus dem FDP-Lager zur AfD.

Nach der Wahl kam es in mehreren Bundesländern zu Protesten gegen die AfD. In Frankfurt am Main waren nach Polizeiangaben rund 2.500 Menschen auf der Straße. Auch in Berlin und Mainz versammelten sich Hunderte. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin wurde für den folgenden Tag eine größere Demonstration angekündigt.

AfD-Co-Chef Chrupalla kündigte für den Fall einer Regierungsbildung zunächst einen „Kassensturz“ in Sachsen-Anhalt an. Erst danach könne geprüft werden, welche Vorhaben des Wahlprogramms umgesetzt werden könnten.

Der Bericht gehört zum Newsblog zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und wurde am 6. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks veröffentlicht.

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