In Sachsen-Anhalt hat die Landtagswahl begonnen. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte können bis 18 Uhr ihre Stimme abgeben. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die AfD ihren deutlichen Vorsprung aus den Umfragen in ein Wahlergebnis umsetzen kann.
Die aktuellste Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF sieht die AfD bei 41 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze kommt demnach auf 23 Prozent. Dahinter liegt die Linke mit 11,5 Prozent. Für die SPD werden 8,5 Prozent ausgewiesen, die Grünen erreichen laut der Umfrage 6 Prozent.
Eine absolute Mehrheit der AfD würde dieses Ergebnis nicht ergeben. Gleichzeitig wäre eine Regierungsbildung ohne die Partei schwierig. Eine mögliche Minderheitsregierung aus CDU, SPD und Grünen wäre auf Unterstützung der Linken angewiesen.
Auch andere Umfragen bestätigen den Vorsprung der AfD. Infratest dimap kam Ende August im Auftrag der ARD auf 42 Prozent für die AfD und 22 Prozent für die CDU. In einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Nius“ lag die AfD zuletzt bei 43 Prozent, während die CDU auf 22 Prozent kam.
In der Insa-Umfrage wurde die Linke mit 12 Prozent als drittstärkste Kraft ausgewiesen. Die SPD erreichte 7 Prozent. Die Grünen kamen auf 5 Prozent und müssten demnach um den Einzug in den Landtag bangen.
Die Wahlforscher weisen darauf hin, dass Umfragen mit Unsicherheiten verbunden sind. Ein Teil der Wähler entscheidet sich erst kurzfristig. Zudem seien ostdeutsche Wähler weniger stark an einzelne Parteien gebunden als westdeutsche.
Eine Überraschung wie bei der vergangenen Landtagswahl wird diesmal nach Einschätzung der Institute nicht erwartet. Damals war die AfD deutlich schwächer als prognostiziert, während die CDU stärker abschnitt und mit einem Vorsprung von 16 Prozentpunkten gewann.
Der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, erklärte, 2021 habe die CDU des damaligen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff die Gegner der AfD hinter sich versammeln können. Dieses Mal verteilten sich die AfD-Gegner breiter auf mehrere Parteien. Auch Insa-Chef Hermann Binkert verwies auf Haseloffs hohe Popularität. Einen vergleichbaren Endspurt-Effekt erwarten die Wahlforscher bei CDU-Ministerpräsident Sven Schulze nicht.