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September 5, 2026
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EU-Staaten planen Rückführungszentren außerhalb Europas

Deutschland und weitere EU-Staaten treiben Pläne für sogenannte „Return Hubs“ außerhalb der Europäischen Union voran. In diesen Zentren sollen abgelehnte Asylbewerber untergebracht werden, wenn eine Rückführung in ihre Herkunftsländer nicht möglich ist. Noch in diesem Jahr soll eine Vereinbarung mit einem Partnerland getroffen werden.

Deutschland führt nach den vorliegenden Informationen gemeinsam mit Dänemark, den Niederlanden, Österreich und Griechenland Gespräche, insbesondere mit Ländern in Afrika. Italien hat bereits Abschiebezentren in Albanien eingerichtet. Frankreich lehnt entsprechende Zentren in Drittstaaten dagegen ab. Präsident Emmanuel Macron erklärte im Juni, ein solches Modell sei weder wirksam noch mit den eigenen Prinzipien vereinbar.

Rechtliche Grundlage ist die neue EU-Rückführungsverordnung, auf die sich Vertreter des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten im Juni geeinigt hatten. Demnach muss ein Partnerland internationale Menschenrechtsstandards und völkerrechtliche Grundsätze achten.

Ob die Pläne insgesamt rechtmäßig sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Ein Gutachten am Europäischen Gerichtshof kam im April zu dem Ergebnis, dass die italienischen Zentren in Albanien zumindest nicht gegen EU-Recht verstoßen. Zentren außerhalb des eigenen Staatsgebiets seien grundsätzlich möglich. Voraussetzung sei jedoch, dass die Betroffenen Zugang zu juristischem Beistand und sprachlicher Unterstützung haben sowie Kontakt zu ihren Familien und den zuständigen Behörden halten können.

Als möglicher Partner gilt unter anderem Ruanda. Die Regierung des Landes bestätigte Ende August Gespräche mit Vertretern Deutschlands und weiterer europäischer Staaten. Im Gespräch ist ein Transitzentrum in Gashora, rund 60 Kilometer von der Hauptstadt Kigali entfernt. Dort wurden seit 2019 Migranten aufgenommen, die in Libyen gestrandet waren. Auch Italien soll Interesse an einer Vereinbarung mit Ruanda haben.

Insgesamt wurden nach Angaben aus informierten Kreisen rund ein Dutzend Länder als mögliche Partner betrachtet. Dazu zählen neben Ruanda unter anderem Uganda, Ghana, Senegal, Tunesien, Libyen, Mauretanien, Ägypten und Äthiopien. Außerdem wurden Usbekistan, Armenien und Montenegro genannt.

Menschenrechtsorganisationen und Kirchenverbände kritisieren die Pläne. Sie warnen vor einer Kriminalisierung von Migration und vor Haftbedingungen außerhalb der EU. Die Caritas befürchtet eine willkürliche und unbefristete Inhaftierung in einer rechtlichen Grauzone. Save the Children warnt zudem vor möglichen schweren Verletzungen von Kinderrechten.

Das nächste Treffen der beteiligten EU-Staaten soll Ende September in München stattfinden. Dänemark will abgelehnte Asylbewerber nach einer geplanten Grundsatzeinigung bis zum Jahreswechsel ab Ende 2027 in Zentren außerhalb Europas schicken. Die Informationen gehören zu einem Bericht des Deutschlandfunks vom 5. September 2026.

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