Serena und Venus Williams sind bei den US Open nach vier Jahren wieder gemeinsam im Doppel angetreten. Das Comeback der Schwestern im Arthur Ashe Stadium endete zwar mit einer Niederlage, wurde für die rund 23.000 Zuschauer aber zu einem viel bejubelten Tennisabend.
Die Williams-Schwestern verloren ihre Erstrundenpartie gegen die Australierin Maya Joint und Chan Hao-ching aus Taiwan mit 3:6, 7:6 (6) und 6:7 (7:10). Die Begegnung dauerte 3:02 Stunden. Im entscheidenden Tiebreak führten Serena und Venus zwischenzeitlich sogar mit 5:0.
Sportlich war Venus Williams die stärkere der beiden. Bei Serena Williams fehlten nach ihrer längeren Pause teilweise Timing und Präzision. Dennoch reagierte das Publikum begeistert, wann immer den Schwestern spektakuläre Punktgewinne gelangen. Die Sitzplätze blieben während der gesamten Partie besetzt.
Dass das Doppel auf dem Centre Court angesetzt wurde, verlieh dem Auftritt zusätzliche Bedeutung. Bei Grand-Slam-Turnieren ist dieser Platz normalerweise den Einzelpartien vorbehalten. Im Anschluss an das Doppel wurde dort das Duell zwischen dem Amerikaner Ben Shelton und dem Kanadier Denis Shapovalov ausgetragen. Shelton gewann in vier Sätzen und zog ins Achtelfinale ein.
Schon die Vorstellung der beiden früheren Weltklassespielerinnen hatte für großen Jubel gesorgt. Als die Namen von Serena und Venus Williams im Stadion aufgerufen wurden, brandete Applaus auf. Während der Partie verfolgten die Zuschauer das Geschehen ungewöhnlich konzentriert und deutlich ruhiger als bei anderen Night Sessions der US Open.
Serena Williams, 44, hat 23 Grand-Slam-Titel im Einzel gewonnen und sich nach ihrem letzten gemeinsamen US-Open-Auftritt mit Venus zunächst aus dem Tennis zurückgezogen. Im Frühsommer gab sie ihr Comeback. Venus Williams, 46, gewann sieben Grand-Slam-Titel im Einzel und war zuletzt weiter auf der WTA-Tour aktiv. Gemeinsam holten die Schwestern 14 Grand-Slam-Titel im Doppel.
Für Serena war die Niederlage gegen Joint auch deshalb besonders bitter, weil sie der Australierin bereits in Wimbledon unterlegen war. Dort war Williams nach vier Jahren Pause mit einer Wildcard im Einzel angetreten und hatte in drei Sätzen verloren.
Nach der Partie nahmen Serena und Venus Williams nicht an der obligatorischen Pressekonferenz teil. Sie ließen mitteilen, dafür nicht verfügbar zu sein. Zu ihren weiteren Plänen äußerten sie sich daher nicht.
Der Bericht wurde von Gerald Kleffmann für die Süddeutsche Zeitung verfasst.