Das Hanseatische Oberlandesgericht hat das Verfahren zu den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines eröffnet. Angeklagt ist ein ukrainischer Staatsangehöriger, der im Oktober in Hamburg vor Gericht stehen soll.
Die Anklage wirft dem Mann vor, eine Gruppe angeführt zu haben, die die Sprengung der Pipelines vorbereitet und ausgeführt haben soll. Er soll zudem zu den Tauchern gehört haben, die die Sprengladungen an den Leitungen angebracht haben.
Der Ukrainer war vor rund einem Jahr in Italien festgenommen worden. Einige Wochen später wurde er nach Deutschland überstellt und in Untersuchungshaft genommen.
Ein weiterer mutmaßlicher Mittäter befindet sich den Angaben zufolge in Kroatien in Auslieferungshaft. Ob und wann er nach Deutschland überstellt wird, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Die beiden Nord-Stream-Pipelines waren im September 2022 durch mehrere Explosionen schwer beschädigt worden. Über Nord Stream 1 floss zuvor russisches Erdgas nach Deutschland. Nord Stream 2 war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Betrieb.
Das Verfahren soll die Anschläge vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg aufarbeiten.