Russlands Armee ist im August in der Ukraine nur langsam vorgerückt. Nach einer Auswertung des Institute for the Study of War (ISW) kamen auf jeden tatsächlich eroberten Quadratkilometer rechnerisch 465 russische Verluste.
Die Berechnung basiert auf Angaben des ukrainischen Generalstabs. Dieser meldete für August insgesamt 42.020 russische Verluste. Dabei handelt es sich um getötete und verwundete Soldaten. Damit lagen die gemeldeten Verluste bereits den zweiten Monat in Folge über 40.000.
Dem standen nach der ISW-Auswertung 90 Quadratkilometer tatsächlich erobertes ukrainisches Gebiet gegenüber. Werden zusätzlich Gebiete berücksichtigt, in die russische Einheiten lediglich vorgedrungen sind, ohne sie unbedingt halten zu können, kommt das Institut auf 123 Quadratkilometer.
Der russische Geländegewinn fiel damit deutlich geringer aus als im Vorjahr. Im August 2025 hatten russische Truppen laut ISW noch 505 Quadratkilometer erobert.
Besonders im Donbass kommen die russischen Einheiten dem Bericht zufolge trotz monatelanger Angriffe nur langsam voran. In Kostjantyniwka waren russische Kräfte Ende August durch Vorstöße und Infiltrationen in 77 Prozent des Stadtgebiets präsent. Eine vollständige Einnahme der strategisch wichtigen Stadt gelang ihnen jedoch nicht.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt erklärt, seine Armee habe allein im August in der Region Donezk 270 Quadratkilometer erobert. Das ISW konnte anhand offener Quellen dagegen 73,14 tatsächlich eroberte Quadratkilometer feststellen. Seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 hatte Putin dem Bericht zufolge mindestens 15 Fristen für die vollständige Eroberung der Region genannt. Keine davon sei eingehalten worden.
Der hohe Personalverlust könnte für Moskau zunehmend zu einem Problem werden. Nach Einschätzung des ISW gelingt es Russland mit seinem derzeitigen System freiwilliger Vertragssoldaten nicht, genügend neue Männer zu rekrutieren, um die aktuellen Verluste auszugleichen.
Die Analysten halten deshalb für unklar, wie lange Russland sein derzeitiges Angriffstempo bei den bisherigen Verlusten aufrechterhalten kann, ohne auf eine Form der Mobilisierung zurückzugreifen.