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Alphaville vom Glücksgefühle-Festival ausgeladen – Streit über politische Äußerungen

Die Band Alphaville wird nicht beim „Glücksgefühle“-Festival am Hockenheimring auftreten. Der Veranstalter sagte den geplanten Auftritt nach einem Streit über politische Äußerungen ab. Die Entscheidung löste bei Fans, Künstlern und Beobachtern eine breite Debatte über Meinungsfreiheit und die Rolle von Veranstaltern aus.

Alphaville hatte sich wenige Wochen zuvor bei einem von Markus Krampe veranstalteten 80er-Jahre-Festival während des Auftritts gegen die AfD und gegen rechtsradikale Tendenzen in der Gesellschaft geäußert. Nach Angaben des Bandmanagers Christian Mielke positionierte sich Sänger Marian Gold dabei auch bei einer Ansage zum Song „Carry Your Flag“ deutlich gegen Rechtsextremismus.

Krampe machte Gold anschließend deutlich, dass politische Äußerungen auf seinen Festivals nicht erwünscht seien. Für den Auftritt beim „Glücksgefühle“-Festival sollte die Band demnach zusichern, dass sich eine solche Äußerung nicht wiederholt. Darauf ließ sich Alphaville nicht ein. Der Auftritt wurde am Dienstagabend abgesagt. Die Band hätte am Freitag um 14.30 Uhr auf der „Dopamine Stage“ spielen sollen.

Gold bezeichnete die Absage als „Maulkorberlass“. In einer Erklärung schrieb die Band, sie empfinde eine Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit als „absolut untragbar und erschütternd“. Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie seien hohe Güter, die es zu verteidigen gelte. Die Ausladung nannte Alphaville einen „feindseligen und vollkommen unnötigen Akt“.

Veranstalter Markus Krampe wies den Vorwurf zurück, es gehe um die politische Haltung von Gold oder Alphaville. Das Festival sei „komplett unpolitisch“, erklärte er. Die Bühne solle der Musik gehören und nicht politischen Auseinandersetzungen. Zugleich betonte Krampe, dass Veranstalter den Rahmen ihrer Veranstaltungen festlegen dürften.

Ob eine entsprechende Regelung in den Verträgen mit Alphaville enthalten war, ist bislang unklar. Auf eine erneute Anfrage dazu habe Krampe laut dem vorliegenden BILD-Bericht noch nicht reagiert. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass sich auch andere beim Festival angekündigte Künstler in der Vergangenheit politisch geäußert oder engagiert haben. Genannt werden unter anderem Ski Aggu, Nura, 01099, Zartmann, Culcha Candela und Marteria.

In den sozialen Netzwerken solidarisierten sich zahlreiche Fans mit Marian Gold. Viele warfen den Festivalmachern vor, die Meinungsfreiheit einzuschränken. Andere forderten weitere Künstler dazu auf, aus Solidarität mit Demokratie und Meinungsfreiheit auf ihre Auftritte zu verzichten oder sich auf der Bühne politisch zu äußern.

Auch aus der Musikszene gab es Reaktionen. Die Toten Hosen holten Gold bei einem Konzert in Münster auf die Bühne. Sänger Campino bezeichnete die Ausladung als fragwürdig und absurd. Sänger Mateo von Culcha Candela kündigte an, die Band werde bei ihrem Festivalauftritt am Samstag noch deutlicher sagen, was sie von der AfD halte. Der Kreativ-Kopf von Marteria, Pete Boateng, kritisierte die Festivalmacher ebenfalls.

Die Informationen dieses Berichts beruhen auf dem vorliegenden Bericht der BILD.

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