Eine besondere Seilbahnfahrt führt auf den Schweizer Titlis: Die Rotair-Gondel dreht sich während der Fahrt einmal vollständig um die eigene Achse. Seit 1992 erleben Besucher dadurch einen Rundumblick auf die alpine Landschaft.
Die Fahrt beginnt mit der Seilbahn über Trübsee bis zu einer Mittelstation. Dort steigen die Gäste in die Rotair um. Während der etwa fünfminütigen Weiterfahrt rotiert die Gondel und eröffnet den Fahrgästen den Blick in verschiedene Richtungen auf die Bergwelt.
Die touristische Erschließung des 3238 Meter hohen Titlis hat eine lange Geschichte. Bereits 1913 nahm eine Drahtseilbahn von Engelberg nach Gerschnialp den Betrieb auf. 1927 folgte die erste Luftseilbahn der Schweiz auf der Strecke zum Trübsee. Ziel war es schon damals, den Berg für Besucher leichter zugänglich zu machen.
Mit der wachsenden Bedeutung des Wintersports entwickelte sich auch Engelberg zu einem bekannten Ziel. 1938 wurden dort die alpinen Ski-Weltmeisterschaften ausgetragen. Später besuchten unter anderem Audrey Hepburn, Sophia Loren und der spätere Papst Johannes XXIII. den Ort.
Nach fünf Jahren Bauzeit wurde 1967 die erste Bahn auf den Titlis eröffnet. Bereits zwei Jahre später begrüßte sie ihren millionsten Fahrgast. 1992 kam mit der Rotair eine technische Besonderheit hinzu. Sie galt als weltweit erste Gondel, die sich während der Fahrt vollständig um die eigene Achse dreht.
Das Bergerlebnis hat seinen Preis: Für die Berg- und Talfahrt werden derzeit 121 Schweizer Franken fällig. Das entspricht laut dem vorliegenden Bericht knapp 129 Euro. Im Fahrpreis sind außerdem der Besuch der Gletscher-Grotte und des Cliff Walks enthalten. Letzterer wird als höchstgelegene Hängebrücke Europas bezeichnet.
Die Anlage soll in den kommenden Jahren weiter modernisiert werden. Im Rahmen des „Projekts Titlis“ sind bis 2029 unter anderem eine neue, vollständig verglaste Bergstation sowie weitere Bauvorhaben geplant. Rotierende Seilbahnen gibt es inzwischen auch an anderen Orten, darunter am italienischen Monte Baldo am Gardasee. Die Rotair am Titlis gehört dem Bericht zufolge weiterhin zu den spektakulärsten Anlagen ihrer Art.