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September 2, 2026
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Ryanair erwartet weniger Passagiere und Gewinn wegen hoher Treibstoffkosten

Der irische Billigflieger Ryanair senkt wegen der hohen Energie- und Kerosinkosten seine Erwartungen für das bis März 2027 laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen rechnet nun mit 214 Millionen Passagieren. Bislang waren 216 Millionen Fluggäste geplant.

Auch beim Gewinn gibt sich Ryanair zurückhaltender. Dieser werde voraussichtlich unter dem Rekordwert des Vorjahres liegen, teilte die Fluggesellschaft mit. 2026 hatte Ryanair dank einer hohen Nachfrage gut 2,2 Milliarden Euro verdient.

Kerosin ist ein zentraler Kostenfaktor für Fluggesellschaften. Nach Angaben von Ryanair haben die durch den Iran-Krieg gestiegenen Ölpreise die Belastung verschärft. Das Unternehmen hat 80 Prozent seines Treibstoffbedarfs bis März 2027 zu einem Preis von rund 67 Dollar je Barrel abgesichert. Der aktuelle Marktpreis liegt dem Bericht zufolge bei etwa 140 Dollar.

Ryanair will die Kapazität im Winter im Vergleich zum Vorjahr stabil halten. Dadurch könne der saisonal übliche Verlust um 70 bis 100 Millionen Euro reduziert werden, hieß es. Bereits im Juli hatte die Airline fünf Flugzeuge von ihrer Basis im belgischen Charleroi abgezogen. Für den Winter 2026 und den Sommer 2027 wurde das Angebot in Brüssel um zwei Millionen Sitzplätze verringert.

Auch andere Fluggesellschaften spüren den Kostendruck. Die Lufthansa berichtete im Vormonat von zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 750 Millionen Euro im zweiten Quartal 2026, die auf hohe Kerosinkosten zurückgeführt wurden. Europas größter Luftfahrtkonzern verwies zudem auf eine erhöhte Unsicherheit bei diesem Kostenfaktor.

Die Probleme der Branche gehen jedoch über die Treibstoffpreise hinaus. Geopolitische Konflikte können Flugrouten kurzfristig unattraktiv machen. Flüge nach Fernost, die früher über russisches Gebiet führten, müssen teilweise umgeleitet werden. Die längeren Strecken erhöhen den Treibstoffbedarf und verteuern den Betrieb.

Hinzu kommen Lieferprobleme bei Flugzeugen und Triebwerken. Die Produktionskapazitäten der beiden großen Hersteller Airbus und Boeing sind begrenzt. Gleichzeitig müssen die Fluggesellschaften wegen des Klimawandels in effizientere Flugzeuge und Triebwerke investieren und ältere, besonders verbrauchsintensive Modelle ausmustern.

Als grundlegendes Problem der Luftfahrt gilt außerdem die geringe Produktivität. Der Wettbewerb wird laut dem Bericht häufig durch Subventionen für staatliche Fluggesellschaften verzerrt. Nach Angaben des Weltluftfahrtverbands IATA erwirtschafteten die Fluggesellschaften weltweit 2025 rund 45 Milliarden Dollar. Die Nettogewinnmarge lag bei 4,2 Prozent. Der Gewinn pro Passagier betrug demnach durchschnittlich 9,10 Dollar, wobei es deutliche regionale Unterschiede gab.

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