Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat nach dem Tod von drei Studienteilnehmern mehrere klinische Studien zu experimentellen Zelltherapien ausgesetzt. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens dem SPIEGEL. Die Studien betrafen Behandlungen neurologischer und autoimmuner Erkrankungen.
Die drei Patienten starben in der Schweiz. Wann genau sich die Todesfälle ereigneten, ist bislang unklar. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ über den Studien-Stopp berichtet.
Nach Angaben von Novartis trat bei den Betroffenen eine „bekannte, seltene Komplikation im Zusammenhang mit CAR-T-Zelltherapien“ auf. Diese habe zum Tod geführt. Der Konzern kündigte eine umfassende Prüfung der Vorfälle an und will daraus zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Patienten ableiten.
Novartis arbeitet nach eigenen Angaben mit unabhängigen Sicherheitsgremien zusammen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen zudem mit den zuständigen Aufsichtsbehörden geteilt werden.
Bei CAR-T-Therapien werden Immunzellen aus dem Körper eines Patienten verändert. Sie sollen anschließend ein bestimmtes Ziel erkennen und unter anderem Krebszellen zerstören. Die Behandlung wird inzwischen auch im Zusammenhang mit Erkrankungen außerhalb von Krebserkrankungen untersucht.
Auch der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb soll ähnliche Studien zu einer CAR-T-Behandlung von Autoimmunerkrankungen vorsorglich pausiert haben. Darüber berichtete ebenfalls das „Wall Street Journal“.
Andere Studienprogramme von Novartis sind dem Unternehmen zufolge nicht von der Aussetzung betroffen. Der Konzern erklärte, er halte an seinem Ziel fest, Patienten mit schweren und therapieresistenten Autoimmunerkrankungen Behandlungsmöglichkeiten anzubieten.