Ein Schulleiter in Nepal hat nach dem Eintreffen einer Sturzflut 900 Kinder innerhalb von 14 Minuten in Sicherheit bringen lassen. Das Wasser hatte zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen, in das Schulgebäude zu laufen.
Rajendra Dawadi erhielt am vergangenen Mittwoch panische Anrufe von Angehörigen seiner Schüler. Kurz darauf kam eine Mutter mit dem Motorrad zur Schule und warnte vor der Flut. Dawadi musste schnell entscheiden, ob der Unterricht abgebrochen werden sollte.
Der Schulleiter ließ die Kinder sofort aus dem Unterricht holen. Die Schulglocke wurde geläutet, ein Hausmeister machte mit einer Trillerpfeife auf die Gefahr aufmerksam. Anschließend wurden die Schüler und Lehrer angewiesen, höher gelegenes Gelände aufzusuchen.
Eltern, Lehrkräfte und Schüler kamen mit Motorrädern zur Schule, um die Kinder abzuholen. Andere liefen zu Fuß in höher gelegene Gebiete. Dawadi kontaktierte außerdem Busfahrer, deren Fahrzeuge mit weiteren Schülern unterwegs waren. Er wies sie an, an einem sicheren Ort anzuhalten.
Ein weiterer Bus erreichte noch das Schulgelände und nahm die verbliebenen Schüler auf. Dawadi forderte den Fahrer auf, sofort loszufahren, weil das Gebiet besonders gefährlich war. Als der Schulleiter selbst die Schule verließ, stand das Wasser bereits im Gebäude.
Die Schule wurde durch die Überschwemmung vollständig zerstört. Der frühere Standort liegt nach der Flut im Flussbett. Nach Angaben aus dem Bericht konnten Dawadis Entscheidung und die schnelle Evakuierung das Leben der Kinder und Lehrer retten.
„Wir haben die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit getroffen“, sagte Dawadi dem Bericht zufolge. Die Evakuierung gilt als eine der wenigen positiven Entwicklungen im Zusammenhang mit der verheerenden Flutkatastrophe im Himalaja. Bisher hat die Katastrophe laut dem vorliegenden Bericht mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet.