Ein neues Wissenschaftsforum in Jerusalem soll zur Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern beitragen. Dafür will die Initiative Fachleute verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und Religionen zusammenbringen.
Bei der Eröffnung erklärte Kardinal Pizzaballa, Lateinischer Patriarch von Jerusalem und Oberhaupt der römisch-katholischen Christen in der Region, das Forum solle vor allem helfen, die unterschiedlichen Sichtweisen auf Jerusalem besser zu verstehen. Dabei gehe es auch darum, bestehende Darstellungen und Auseinandersetzungen über die Stadt zu hinterfragen und, wo nötig, zu korrigieren.
Jerusalem ist für Juden, Christen und Muslime von großer Bedeutung. Nach Angaben des Patriarchen lehnten derzeit viele Menschen alles ab, was nicht mit ihrer eigenen Geschichte und Identität übereinstimme. Das Forum soll dazu beitragen, diese verhärteten Sichtweisen aufzubrechen.
Die Initiatoren verbinden damit die Hoffnung, dass ein besseres Verständnis der unterschiedlichen Perspektiven langfristig einen Beitrag zum Frieden leisten könnte. Das Forum selbst wird als wissenschaftlicher Austausch angelegt, der Fachleute aus verschiedenen Disziplinen und Religionen miteinander ins Gespräch bringen soll.
Jerusalem ist seit Jahrhunderten umkämpft und steht derzeit im Mittelpunkt des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern. Das neue Forum will nach eigener Zielsetzung Impulse für einen anderen Umgang mit den jeweiligen historischen und religiösen Erzählungen geben.
Die Nachricht wurde am 8. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks verbreitet.