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September 7, 2026
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CSD-Anschlag in Berlin: GTAZ beriet achtmal über späteren Attentäter

Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern hatten sich vor dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin deutlich intensiver mit Abdul Ballout befasst als bislang bekannt. Nach Angaben der Bundesregierung beriet das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) bis zum Tattag insgesamt achtmal über den Islamisten.

Die Informationen stammen aus einer noch unveröffentlichten Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen. Das GTAZ hatte demnach erstmals am 28. Mai 2025 über Ballout gesprochen. Anlass waren offenbar dschihadistisch motivierte Reisen des Islamisten. Die Beratung erfolgte auf Einladung des Berliner Landeskriminalamts.

Nachdem Ballout am 22. Oktober im Libanon wegen Terrorverdachts festgenommen und inhaftiert worden war, befasste sich das GTAZ erneut mit dem Fall. Am 7. November ging es um mögliche Maßnahmen für seine erwartete Rückkehr nach Deutschland. Zehn Tage später wurde Ballout am Berliner Flughafen festgenommen und in Untersuchungshaft genommen.

Am 16. Januar 2026 informierte das Berliner LKA die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern darüber, dass Ballout als „Gefährder“ eingestuft worden war. Im April verurteilte ihn das Berliner Amtsgericht wegen des Versuchs, zur Terrormiliz IS nach Syrien auszureisen, zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Anschließend kam er frei.

Nach seiner Entlassung observierten LKA-Beamte Ballout zunächst engmaschig. Weil er sich unauffällig verhielt, wurden die Maßnahmen nach und nach reduziert. Das LKA berichtete dem GTAZ am 26. Mai erneut über den Fall. Nach Angaben der Bundesregierung war zuvor mit dem Bewertungssystem RADAR-iTE ein „hohes Risiko“ festgestellt worden. In der Sitzung ging es unter anderem um die Abstimmung weiterer Maßnahmen.

Knapp zwei Monate später mietete Ballout einen Van. Am Abend des 25. Juli fuhr er am Rand des CSD im Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge. Danach griff er Feiernde mit einer Machete an. Eine Frau starb, mehr als 30 weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Nach der Tat floh Ballout in eine Gartenlaube am westlichen Stadtrand. Beim Zugriff der Polizei kam er durch Schüsse ums Leben.

Die Grünen fordern nun eine umfassende politische Aufklärung. Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Irene Mihalic, sagte, ein Untersuchungsausschuss in Berlin solle klären, warum die Observation des als gefährlich eingestuften Mannes offenbar nicht im erforderlichen Umfang fortgeführt worden sei. Der Grünen-Innenexperte Marcel Emmerich bezeichnete die offenen Fragen zum Umgang der Behörden mit der bekannten Gefahr als zentral.

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