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September 7, 2026
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Halberstadt nach der Wahl: Zwischen AfD-Zustimmung und großer Sorge

In Halberstadt hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fast jeder Zweite für die AfD gestimmt. Am Tag nach der Wahl zeigen sich die Reaktionen in der Stadt jedoch geteilt: Einige Befragte fordern, der Partei eine Chance zum Regieren zu geben. Andere äußern Entsetzen und Angst.

Die Aussagen stammen aus einer Videoumfrage von Birgit Großekathöfer und Alexander Schmitt. Ein Mann bezeichnete das Wahlergebnis als „herausragend“ und sagte, er habe die AfD gewählt. Eine absolute Mehrheit wäre aus seiner Sicht noch besser gewesen.

Eine andere Befragte reagierte dagegen bestürzt. Sie sagte, sie denke darüber nach, Halberstadt zu verlassen und in ein anderes Bundesland zu ziehen. Besonders beunruhige sie, dass auch junge Menschen die AfD gewählt hätten.

Ein Mann erklärte, viele Menschen in der Region fühlten sich zu wenig beachtet und abgehängt. Die Wahl sei für sie eine Möglichkeit gewesen, es denjenigen zu zeigen, die in den vergangenen 30 Jahren Verantwortung getragen hätten. Zugleich sagte er, die meisten hätten keine politische Meinung im Sinne konkreter Programme.

Weitere Befragte beschrieben ihre Reaktion auf das Ergebnis mit Angst und Unwohlsein. Eine Frau sagte, das Ergebnis sei „beschissen“ und mache ihr Angst. Ein Mann erklärte, ihm gehe es schlecht und er habe „wirklich Magengrummeln“.

Ein anderer Befragter sprach sich für sogenannte Remigration aus, schränkte dies aber auf Straffällige ein. Er betonte zugleich, viele ausländische Freunde zu haben und ein Freund verschiedener Kulturen zu sein.

In der Umfrage wurde darauf hingewiesen, dass die AfD ihr Zweitstimmenergebnis im Vergleich zur vorherigen Wahl mehr als verdoppelt habe, während sich das Ergebnis der CDU mehr als halbiert habe. Einige Gesprächspartner sagten, die AfD müsse nun die Möglichkeit erhalten zu regieren und zu zeigen, ob sie dazu in der Lage sei. Wenn die Partei scheitere, werde sie dafür in fünf Jahren die politische Quittung bekommen.

Auch die sogenannte Brandmauer wurde angesprochen. Ein Befragter forderte, sie müsse fallen, damit man sich mit den AfD-Vertretern richtig auseinandersetzen könne. Ein anderer Mann sagte, er habe keiner Partei seine Stimme gegeben, weil er das Vertrauen in die Politik verloren habe.

Ein AfD-Mitglied erklärte schließlich, es sei für ihn wichtig, inzwischen offen zu seiner Parteizugehörigkeit stehen zu können. Er habe sich häufig als Nazi beschimpfen lassen müssen und wolle sich dafür nicht mehr rechtfertigen.

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