In der Sendung „Markus Lanz“ haben Tino Chrupalla und Sahra Wagenknecht die politische Nähe zwischen AfD und BSW deutlich gemacht. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Folgen das für Sachsen-Anhalt haben könnte.
Chrupalla, Fraktionsvorsitzender der AfD, und Wagenknecht, Gründerin des BSW, traten in der Sendung gemeinsam auf. Im Studio näherten sie sich auch räumlich an. Vor dem Hintergrund der politischen Lage in Sachsen-Anhalt wurde dabei deutlich, wie eng die Positionen beider Parteien inzwischen beieinanderliegen.
Eine entscheidende Rolle könnte das BSW bei der Wahl des Ministerpräsidenten spielen. Wagenknecht stellte klar, dass sich ihre Partei im Landtag bei einem möglichen dritten Wahlgang enthalten wolle. Dadurch könnte AfD-Kandidat Ulrich Siegmund den Weg ins Amt des Ministerpräsidenten schaffen. In diesem Fall würde ihm die Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügen.
Die Sendung richtete den Blick damit vor allem auf die möglichen politischen Entwicklungen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Der AfD-Kandidat habe zwar einen überwältigenden Wahlsieg erzielt, die Bildung einer Regierung sei jedoch deutlich weniger klar.
Im Landtag sind deshalb verschiedene Szenarien möglich. Eine mögliche Enthaltung des BSW könnte die Mehrheitsverhältnisse entscheidend verändern. Eine formelle Koalition zwischen AfD und BSW wurde in dem vorliegenden Material jedoch nicht bestätigt.
Die TV-Kritik beschreibt den Auftritt von Chrupalla und Wagenknecht als eine politische Probe für Sachsen-Anhalt. Im Zentrum steht die Frage, ob die Annäherung zwischen AfD und BSW über die gemeinsame Gesprächsebene hinaus auch konkrete Auswirkungen auf die Wahl des Ministerpräsidenten haben wird.