Ein spektakuläres Foto des sogenannten „Auges Gottes“ zeigt den Helix-Nebel in außergewöhnlicher Detailtiefe. Hinter der auffälligen Struktur verbirgt sich die Gashülle eines sterbenden Sterns – und möglicherweise ein Hinweis darauf, wie unsere Sonne in ferner Zukunft aussehen könnte.
Der Helix-Nebel befindet sich im Sternbild Wassermann und ist rund 650 Lichtjahre von der Erde entfernt. Seine ringförmige Gestalt erinnert an die Iris und Pupille eines menschlichen Auges. Daher stammt der bekannte Spitzname „Auge Gottes“.
Die Aufnahme stammt vom Astrofotografen Andreas Cordt aus Filderstadt bei Stuttgart. Für Bilder dieser Art werden häufig Hunderte Einzelaufnahmen angefertigt und anschließend am Computer zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Die Nachbearbeitung kann mehr als 20 Stunden dauern. Cordt fotografiert Nebel, Sternhaufen und Galaxien meist von seinem heimischen Balkon aus.
„Mit einer Kamera wird sichtbar, was dem Auge verborgen bleibt“, sagte Cordt laut dem zugrunde liegenden BILD-Beitrag. Dieser Satz gehört zur ursprünglichen Berichterstattung über die Aufnahme.
Entstanden ist der Helix-Nebel vor rund 10.000 Jahren. Damals ging einem sonnenähnlichen Stern der Brennstoff aus. Der Stern stieß seine äußeren Schichten ins All ab. Aus den dabei entstandenen Gaswolken bildete sich der planetarische Nebel.
Der Durchmesser des Helix-Nebels beträgt mehrere Lichtjahre. Damit zählt er zu den größten und zugleich erdnächsten planetarischen Nebeln, die Astronomen beobachten können.
Seine Farben entstehen durch unterschiedliche Gase. Sauerstoff sorgt für blau-grüne Töne, während Wasserstoff und Stickstoff rötliche Bereiche hervorbringen. Die intensive Strahlung des Zentralsterns bringt die Gaswolken zum Leuchten.
Im Zentrum befindet sich der Überrest des Sterns, der den Nebel einst gebildet hat. Übrig geblieben ist ein extrem heißer Weißer Zwerg. Seine Strahlung lässt die ihn umgebenden Gase weiterhin hell aufleuchten.
Der Helix-Nebel könnte außerdem einen Blick in die ferne Zukunft unserer Sonne ermöglichen. Astronomen gehen davon aus, dass auch sie eines Tages ihre äußeren Schichten ins All abstoßen wird. Möglicherweise wird sie dann eine ähnliche Struktur hinterlassen wie der heute sichtbare Helix-Nebel.