Der bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist in Belgrad unter militärischen Ehren beigesetzt worden. Sein Sarg war zuvor in einer serbisch-orthodoxen Kirche in der serbischen Hauptstadt aufgebahrt worden.
Anschließend wurde der Sarg durch die Stadt zu einem Friedhof gebracht. Nach Angaben serbischer Medien nahmen auch Minister und Soldaten an der Zeremonie teil.
Die ehrenvolle Beisetzung löste politischen Protest aus. Die EU-Erweiterungskommissarin Kos sagte deshalb eine Reise nach Serbien ab. Sie erklärte, die Verherrlichung Mladićs sei nicht mit den Werten der Europäischen Union vereinbar.
Serbien ist seit 2012 offizieller Kandidat für einen Beitritt zur Europäischen Union.
Mladić starb vor rund anderthalb Wochen im Alter von 84 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag. Das UNO-Kriegsverbrechertribunal hatte ihn 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt.
Das Gericht sah in ihm eine führende Figur bei den Gräueltaten während des Bosnien-Krieges. Dazu gehörte auch das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995, das Mladić angeordnet hatte.