Der Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt national und international für große Aufmerksamkeit. Zahlreiche Medien bewerten das Ergebnis als politischen Einschnitt mit möglichen Folgen weit über das Bundesland hinaus.
Hunderte Journalistinnen und Journalisten waren am Wahlwochenende in Magdeburg akkreditiert. Unter ihnen waren auch Reporter aus den USA, Kanada, China und Taiwan. Die New York Times begleitete die Wahl mit einem Liveblog und schrieb, das politische Establishment des Landes sei durch das Ergebnis erschüttert worden. Unabhängig davon, ob die AfD künftig an der Regierung beteiligt werde, seien bundesweite Folgen zu erwarten.
Das Wall Street Journal hob den Frust über die etablierten Parteien hervor. Zugleich verwies die Zeitung auf die Frage, ob die AfD trotz ihres Wahlerfolgs eine handlungsfähige Mehrheit für eine Landesregierung erreichen könne.
Auch europäische Zeitungen stellten den Erfolg der AfD in einen größeren politischen Zusammenhang. Le Monde sprach von einem historischen Aufstieg der Partei und einem Einbruch der CDU. Die französische Zeitung Libération wertete das Ergebnis zudem als Scheitern der Strategie von Friedrich Merz im Umgang mit der extremen Rechten.
Die italienische La Stampa überschrieb ihre Analyse mit der Formulierung „Erdbeben, das nicht nur Deutschland erschüttert“. Nach Einschätzung der Zeitung könnte eine mögliche Notkoalition gegen die AfD fragil sein und der Partei die Gelegenheit geben, sich als Opfer darzustellen.
Die spanische Zeitung El País sieht das demokratische Lager nun unter Druck, seine bisherigen Strategien zu überdenken. Das Kopieren von Positionen der extremen Rechten habe sich aus ihrer Sicht als wirkungslos erwiesen.
In deutschen Medien reichten die Reaktionen von Entsetzen bis zur Suche nach den Ursachen des Wahlausgangs. Der Spiegel betonte die historische Dimension des Ergebnisses. Die Süddeutsche Zeitung verwies darauf, dass der Wahlsieg demokratisch akzeptiert werden müsse, ein von Teilen der AfD angestrebter „Systemwechsel“ jedoch nicht hingenommen werden dürfe.
Die Volksstimme aus Magdeburg schrieb von einem dramatischen Absturz der seit 2002 regierenden CDU und einer komplizierten Regierungsbildung. Der Münchner Merkur erklärte, die Wahl werde für Bundeskanzler Friedrich Merz lange nachhallen.
Die Pressestimmen machen damit deutlich, dass der AfD-Sieg nicht nur als Ergebnis einer Landtagswahl bewertet wird. Im Mittelpunkt stehen auch die Folgen für die CDU, die Bundesregierung und den weiteren Umgang mit der AfD.