Nach einem Angriff auf den deutschen Judoka Timo Cavelius bei einem Bundesligakampf in Leipzig hat die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung aufgenommen. Cavelius wurde nach dem Vorfall operiert und fällt wegen seiner Verletzungen bei den Weltmeisterschaften aus.
Der für Leipzig startende Gastkämpfer Akaki Japaridze aus Georgien soll Cavelius unmittelbar nach dem Ende des Kampfes angegriffen haben. Nach Angaben der Polizei schlug der 24-Jährige dreimal mit der Faust auf seinen Gegner ein und verletzte ihn dabei schwer im Gesicht.
Als der Vorfall am Samstagabend in der Sporthalle Brüderstraße bekannt wurde, war Japaridze dort nicht mehr anzutreffen. Nach den vorliegenden Informationen hielt er sich offenbar bereits in seinem Hotel auf. Inzwischen soll der Georgier in seine Heimat zurückgekehrt sein. Die Polizei bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Mann ihr bekannt sei und keine Gefahr im Verzug bestehe.
Dem Angriff war eine provozierende Jubelgeste des fünf Jahre älteren Cavelius vorausgegangen. In sozialen Netzwerken kursieren Videos der Szene. Der Deutsche Judo-Bund teilte mit, dass noch am Tag des Vorfalls die Internationale Judo-Föderation, die Europäische Judo-Union und der Georgische Judoverband informiert worden seien.
Die weitere Aufarbeitung soll nach Angaben des Deutschen Judo-Bunds in den zuständigen sportrechtlichen und rechtlichen Verfahren erfolgen. Grundlage seien die vorliegenden Fakten.
Cavelius erlitt einen Kieferbruch und verlor zwei Zähne. Der 29-Jährige kann deshalb nicht an den Weltmeisterschaften teilnehmen, die vom 4. bis 11. Oktober in Baku stattfinden. Besonders schwer wiegt der Ausfall nach Angaben des Verbands mit Blick auf die laufende olympische Qualifikation. Cavelius verfolgt das Ziel, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren.