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September 7, 2026
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Liz Mitchell kritisiert Boney-M.-Auftritt bei Reform-UK-Parteitag

Die frühere Boney-M.-Leadsängerin Liz Mitchell hat sich deutlich von einem Auftritt der Gruppe beim Parteitag der britischen Partei Reform UK distanziert. Die von Maizie Williams angeführte Formation war am Wochenende bei der Veranstaltung in Birmingham aufgetreten.

Mitchell erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, die Beteiligten hätten gewusst, dass ihre Lieder für politische Zwecke genutzt werden könnten. Ein Auftritt bei einer Veranstaltung, die Menschen in Not nicht willkommen heiße, bedeute für sie, „die eigene Seele und Herkunft für Geld zu verkaufen“.

Reform UK wird vom britischen Politiker Nigel Farage geführt. Mitchell hatte zuvor auf Facebook von verstörten Nachrichten ihrer Fans berichtet. Sie stellte klar, dass sie mit dem Auftritt nichts zu tun habe. Es schmerze sie zutiefst, dass die Musik von Boney M. instrumentalisiert werde.

Die Sängerin verwies außerdem auf ihre Familiengeschichte. Ihr Vater habe zur Windrush-Generation gehört, die ab den späten Vierzigerjahren aus der Karibik nach Großbritannien eingewandert sei. Mitchell selbst stammt aus Jamaika. Großbritannien müsse ein Land bleiben, das Einwanderer und Asylsuchende willkommen heiße, betonte sie.

Maizie Williams’ Manager Donavon Nelson wies eine politische Nähe zu Reform UK zurück. Man unterstütze keine Partei und mische sich nicht in die Politik ein, erklärte er. Der Auftritt sei zunächst als Feier im Anschluss an eine Konferenz angekündigt worden. Erst später habe man erfahren, dass es sich um eine Veranstaltung von Reform UK handelte.

Nelson sagte, der Auftritt habe lediglich „Freude verbreiten“ sollen, unabhängig von Hautfarbe oder Glauben. Zugleich bedauerte er, dass die Darbietung missverstanden worden sei.

Williams gehörte zu den Mitgliedern der von Frank Farian produzierten Popgruppe, die vor allem in den Siebzigerjahren weltweit erfolgreich war. Ihre Stimme ist auf den bekannten Aufnahmen der Band allerdings nicht zu hören. Im Studio sangen nach den Angaben im Ausgangsmaterial nur Liz Mitchell und Marcia Barrett.

Die rechtliche Nutzung des Namens Boney M. ist umstritten. Williams tritt seit den Neunzigerjahren mit anderen Musikern als „Boney M. featuring Maizie Williams“ auf. Nach der Auflösung der Band Ende der Achtzigerjahre hatten sich Williams und Mitchell zerstritten.

Auch Kevin Rowland von Dexy’s Midnight Runners distanzierte sich von der Nutzung eines bekannten Songs beim Parteitag. Vor Farages Auftritt war „Come On Eileen“ gespielt worden. Rowland erklärte, er und die Band stünden entschieden gegen Farages Politik.

Auf der Playlist der Veranstaltung standen laut dem Ausgangsmaterial außerdem „Dancing Queen“ von ABBA, „Sweet Caroline“ von Neil Diamond und „Mr. Blue Sky“ vom Electric Light Orchestra. Bereits 2025 waren Marlon und Jackie von The Jacksons musikalische Gäste bei einem Parteitag von Farages Gruppierung gewesen.

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