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EU kritisiert Ehrungen für Ratko Mladić bei Beisetzung in Belgrad

In Belgrad hat die Trauerfeier für den verstorbenen bosnisch-serbischen Ex-Armeechef Ratko Mladić begonnen. Die Europäische Union verurteilte die Feierlichkeiten und warnte vor der „Verherrlichung von Kriegsverbrechern“ sowie der Leugnung von Völkermord.

Ein Sprecher des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) erklärte in Brüssel, ein solcher Umgang mit der Vergangenheit widerspreche den „grundlegendsten europäischen Werten“. Die Verherrlichung von Kriegsverbrechern, die Leugnung von Völkermord und allgemeiner Revisionismus hätten keinen Platz in der EU oder in Ländern, die der Union beitreten wollten.

Mladić war am 27. August in einem Krankenhaus im niederländischen Den Haag gestorben. Dort verbüßte er eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995.

Sein Name ist besonders mit dem Massaker von Srebrenica im Juli 1995 verbunden. Bosnisch-serbische Truppen unter seinem Kommando stürmten damals die Uno-Schutzzone. Dabei wurden etwa 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet.

Trotz seiner Verurteilung wird Mladić von Teilen der serbischen Bevölkerung weiterhin als „Held“ verehrt. In Belgrad erinnerten Menschen bei den Feierlichkeiten an den früheren Militärchef. Auf Bildern war zudem eine Flagge mit einem Porträt Mladićs zu sehen.

Der EEAS-Sprecher erklärte, die EU stehe solidarisch an der Seite aller Opfer, Überlebenden und ihrer Familien, die unter den Kriegsverbrechen in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien gelitten hätten. Brüssel unterstütze die Staaten des westlichen Balkans außerdem bei ihren Bemühungen um Versöhnung und regionale Stabilität.

Serbien ist seit 2012 offizieller EU-Beitrittskandidat. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sagte einen für diese Woche geplanten Besuch in Serbien wegen der Ehrung Mladićs ab. Der serbische Präsident Aleksander Vučić wies die Kritik an den Feierlichkeiten zurück.

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