Heute: September 8, 2026

Influencer berichten von Belästigung, Hass und dem Preis des Ruhms

Mehrere bekannte Influencer haben beim YouTube-Festival in Berlin über die Schattenseiten ihres Berufs gesprochen. Nadine Breaty berichtete von Belästigungen im öffentlichen Raum, während Omid Mouazzen und Fabio Wibmer vor der psychischen Belastung durch permanente Bewertungen und Kommentare warnten.

Breaty sagte im Gespräch mit BILD, vielen Influencern werde zugeschrieben, sie könnten alles aushalten, weil sie über viel Geld und zahlreiche Follower verfügten. Das sei unfair und entmenschliche sie. Während der Corona-Pandemie begann sie, in sozialen Netzwerken erfolgreich zu werden. Heute erreicht sie mit humorvollen Videos und Einblicken in ihr Leben fast 20 Millionen Follower.

Die Influencerin berichtete außerdem, sie müsse sich außerhalb ihrer Wohnung häufig mit einer Kappe verstecken, damit sie wegen ihrer Haarsträhne nicht sofort erkannt werde. Menschen hätten sie angefeindet oder seien übergriffig geworden. Einmal sei sie nachts von einer Männergruppe umzingelt und bedrängt worden. Körperlich sei sie dabei unverletzt geblieben.

Auch Omid Mouazzen sprach über die Folgen großer Bekanntheit. Der 39-Jährige gehört zu den erfolgreichsten Auto-Influencern Deutschlands. Seit seinem ersten YouTube-Video im Mai 2023 habe er mehr als eine Million Abonnenten gewonnen. Die regelmäßige öffentliche Bewertung durch Kommentare sei jedoch eine erhebliche Belastung. „Die menschliche Psyche ist nicht dafür gebaut, millionenfach im Jahr in Form von Kommentaren bewertet zu werden“, sagte Mouazzen laut BILD.

Seine Bekanntheit wirke sich auch auf private Situationen aus. Wenn er mit seinen Kindern in ein Restaurant gehen wolle, werde die gemeinsame Zeit demnach mitunter unterbrochen, weil er für ein Foto den Tisch verlassen müsse. Mouazzen bezeichnete dies als Preis des Ruhms.

Der österreichische Mountainbike-Influencer Fabio Wibmer verwies ebenfalls auf den Umgang mit Kommentaren im Internet. Viele Menschen würden dort so auftreten, als wüssten sie alles besser. Man müsse daher „stark gestrickt sein“, um solche Aussagen nicht an sich heranzulassen. Wibmer hat mit seinen Mountainbike-Videos auf YouTube insgesamt mehr als 1,7 Milliarden Aufrufe erzielt.

Nach Angaben des Berichts sprechen Internet-Stars immer wieder über Depressionen, Burnout, Stalking und Morddrohungen. Für das Publikum seien meist die glamourösen Momente sichtbar. Viele Belastungen entstünden dagegen abseits der Kamera.

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