An Freileitungen bei Umspannwerken in den sächsischen Landkreisen Görlitz und Bautzen sind mehrere Spreng- oder Brandvorrichtungen gefunden worden. Die Polizei ist an mehreren Orten im Einsatz und sucht nach weiteren Spuren.
Ein Fundort liegt nach BILD-Informationen im Bereich des Umspannwerks Graustein, wenige Meter hinter der sächsischen Landesgrenze in Brandenburg. Auf sächsischem Gebiet wurden demnach vier Sprengsätze gesichert.
Weitere sieben Sprengsätze entdeckten Einsatzkräfte im Bereich Lohsa nahe dem Umspannwerk Bärwalde. Bereitschaftspolizisten suchten die Hochspannungsleitungen nach Spuren und möglichen weiteren Vorrichtungen ab. Auch ein Waldgebiet bei Schleife im Landkreis Görlitz wurde von der Polizei untersucht.
Eine Polizeisprecherin bestätigte den Einsatz. „Es gibt einen Polizeieinsatz. Aus polizeitaktischen Gründen können wir uns dazu nicht äußern“, sagte sie laut dem vorliegenden Bericht.
Die betroffenen Umspannwerke liegen im Lausitzer Tagebaugebiet an der Grenze zu Brandenburg. Dort fördert der Energiekonzern LEAG Braunkohle und erzeugt in den Kraftwerken Jänschwalde und Boxberg Strom.
Bereits am 2. September 2026 waren an einem rund 50 Kilometer entfernten Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg Schäden an Freileitungen festgestellt worden. Dort wurden raketenähnliche Sprengvorrichtungen eingesetzt. Sie sollten beim Einschlag in Hochspannungsleitungen offenbar einen Kurzschluss auslösen.
Am selben Tag kam es außerdem zu einem Sabotageanschlag auf das Umspannwerk Bergheim bei Köln. Innerhalb weniger Tage wurden damit an mehreren Standorten in Deutschland Angriffe auf Umspannwerke bekannt.
Nach BILD-Informationen bekannte sich ein Mann aus Nordrhein-Westfalen zu den Taten. Er soll ein mehrseitiges Schreiben mit seinem vollständigen Namen unterzeichnet haben. Darin behauptet der Verfasser, für Kurzschlüsse an mehreren Standorten verantwortlich zu sein. Die Polizei durchsuchte seine Wohnung in Gevelsberg, der Mann ist dem Bericht zufolge jedoch untergetaucht.
In dem Schreiben wird die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen als Ursache „unsäglichen Leids“ bezeichnet. Außerdem wird Politik und Medien vorgeworfen, die Problematik nicht ernst genug zu nehmen. Das Kraftwerk Boxberg ist in dem Bekennerschreiben durchgestrichen, Jänschwalde wurde darübergeschrieben. Die nun untersuchten Fundorte liegen in der Nähe des Kraftwerks Boxberg.