Deutschlands Basketballerinnen gehen bei der Weltmeisterschaft in Berlin mit großen Ambitionen an den Start. Nach der ersten Olympia-Teilnahme 2024 in Paris und Platz fünf bei der Europameisterschaft 2025 hofft das Team beim Heimturnier vom 4. bis 13. September sogar auf eine Medaille.
Allerdings wird die deutsche Mannschaft von Verletzungssorgen begleitet. Topspielerin Satou Sabally fehlt, weil sie sich von den Folgen zweier Gehirnerschütterungen erholen muss. Auch mehrere andere wichtige Spielerinnen sind nach Verletzungen noch nicht vollständig wieder im Rhythmus.
Eine zentrale Rolle dürfte Leonie Fiebich übernehmen. Die 26-Jährige ist die beste Werferin des Teams und spielt in der WNBA für New York Liberty. Mit dem Klub gewann sie 2024 die Meisterschaft. In Spanien wurde sie mit Valencia Basket 2025 und 2026 Meisterin.
Fiebich verpasste wegen einer Knöchelverletzung sieben Wochen und kehrte erst rechtzeitig zur Weltmeisterschaft zurück. In engen Partien wird von der 1,92 Meter großen Flügelspielerin erwartet, Verantwortung zu übernehmen.
Auch Nyara Sabally soll trotz einer Wadenverletzung eine wichtige Stütze sein. Die Centerin wechselte innerhalb der WNBA zu Toronto Tempo und gilt dort als wichtigste Spielerin. Bundestrainer Olaf Lange bezeichnete sie als großen Eckpfeiler der Mannschaft. In den ersten Spielen soll ihre Einsatzzeit behutsam aufgebaut werden.
Bei Kapitänin Marie Gülich steht vor allem die fehlende Spielpraxis im Mittelpunkt. Sie hatte sich im Mai 2025 einen Kreuzbandriss zugezogen und kehrte erst am 15. August in der Vorbereitung auf das Turnier zurück. Während ihrer langen Reha unterstützte sie das Nationalteam weiter. Nun soll die 32-Jährige vor allem als Führungspersönlichkeit eine wichtige Funktion erfüllen.
Luisa Geiselsöder kann Gülich im Spiel unter dem Korb entlasten. Die 1,93 Meter große Centerin gilt als vielseitig, reboundstark und defensiv zuverlässig. Zudem verfügt sie über einen guten Zug zum Korb und einen sicheren Wurf von der Dreierlinie.
Als weiteres Talent steht Frieda Bühner im deutschen Kader. Nach einer starken Saison beim spanischen Klub CB Estudiantes wechselte die 22-Jährige in die WNBA zu Portland Fire. Im Nationalteam kommt sie häufig von der Bank und bringt neben Übersicht und Wurfstärke auch Nervenstärke mit.
Für das Aufbauspiel sind vor allem Alexis Peterson-Smalls und Alexandra Wilke vorgesehen. Die beiden Spielmacherinnen haben unterschiedliche Laufbahnen: Peterson-Smalls spielte bereits in mehreren europäischen Ländern und besitzt seit 2024 die deutsche Staatsbürgerschaft. Wilke blieb dagegen in Deutschland, wurde mit den Rutronik Stars Keltern mehrfach deutsche Meisterin und arbeitet inzwischen als Lehrerin.
In der Vorrunde trifft Deutschland zunächst auf Spanien. Danach folgen Spiele gegen Japan und Mali. An der Weltmeisterschaft nehmen 16 Mannschaften teil. Die Gruppensieger ziehen direkt ins Viertelfinale ein, während die Zweit- und Drittplatzierten in Play-Ins um die weiteren Plätze unter den besten acht Teams kämpfen.