Nach dem Anschlag auf ein Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Polizei prüft derzeit, ob das Schreiben tatsächlich mit der Tat in Verbindung steht. Die Echtheit könne momentan weder bestätigt noch ausgeschlossen werden, teilte eine Polizeisprecherin mit.
Die Polizei Brandenburg erklärte, ihr sei ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Anschlag bekannt geworden. „Derzeit wird die Echtheit des Schreibens geprüft“, hieß es in einer Mitteilung auf X. Wer das Schreiben verfasst hat und auf welchem Weg die Polizei davon erfuhr, blieb zunächst offen.
Nach einem Bericht der „taz“ war ein entsprechender Brief per Post in der Redaktion eingegangen. Dem Poststempel zufolge wurde er in Nordrhein-Westfalen aufgegeben. In dem handschriftlichen Schreiben wird die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen kritisiert. Die „taz“ zitierte daraus den Satz: „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht.“
Als Absender soll ein Mann angegeben gewesen sein. An der genannten Adresse sei jedoch nur ein anderes Familienmitglied angetroffen worden. Dieses habe die Handschrift des Mannes erkannt, wisse aber nicht, wo er sich derzeit aufhalte. Diese Angaben stammen aus dem Bericht der „taz“.
Die Ermittlungen am Umspannwerk in Turnow-Preilack wurden fortgesetzt. Die Landesstraße 50 war deshalb für mehrere Stunden erneut gesperrt. Nach Angaben der Polizei waren die Einsatzmaßnahmen vor Ort am Mittag beendet.
Die Beamten ermitteln nach der Sabotage am Stromnetz unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Sie suchen nach Beweismitteln und fahnden nach den Tätern. Hinweise aus der Bevölkerung werden derzeit ausgewertet.
Für den Angriff waren mehr als 20 selbst gebaute Raketen vorbereitet worden. Die Flugkörper sollten Kupferdrähte in Hochspannungsleitungen schießen und dadurch Kurzschlüsse sowie sogenannte Lichtbögen auslösen. Ziel könnte ein großflächiger Stromausfall gewesen sein.
Mindestens zwei Raketen erreichten die Hochspannungsleitungen. Mitarbeiter stellten dort geringe Schäden fest. Der Angriff hatte außerdem Auswirkungen auf das nahe gelegene Braunkohlekraftwerk Jänschwalde. Aus Sicherheitsgründen musste dort vorübergehend ein Block abgeschaltet werden.