Heute: September 8, 2026

Verdächtiger Gegenstand an Umspannwerk in Dormagen – Polizei ermittelt wegen möglicher Sabotage

Nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands an einem Umspannwerk in Dormagen geht die Polizei von einem möglichen Sabotagedelikt aus. Die Anlage liegt zwischen Köln und Düsseldorf. Ein Spaziergänger hatte den Gegenstand am Donnerstagabend entdeckt.

Nach Angaben eines Sprechers der Polizei Köln liegt den Ermittlern ein Bekennerschreiben vor. Darin werden auch andere bereits öffentlich bekannte Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erwähnt. Die Polizei untersucht nun, ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt.

Die Überprüfung des Gegenstands in Dormagen ist noch nicht abgeschlossen. Nach Einschätzung der Ermittler könnte es sich um eine „verdächtige Abschussvorrichtung“ handeln. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Die Polizei kontrolliert außerdem weitere Umspannwerke in den umliegenden Regionen. Dabei soll geprüft werden, ob dort ebenfalls verdächtige Gegenstände platziert wurden. Mit Ausnahme des Umspannwerks in Bergheim bei Köln seien bislang keine Schäden festgestellt worden.

In Bergheim war es am Dienstag zu einem Angriff auf ein Umspannwerk gekommen. Nach Behördenangaben wurden Kabel über eine Oberleitung gebracht, wodurch ein Kurzschluss entstand. Im Anschluss entdeckten Ermittler mehrere Abschussvorrichtungen.

Wenige Stunden zuvor hatte es einen ähnlichen Vorfall in Südbrandenburg gegeben. Nahe dem Kraftwerk Jänschwalde wurde mit selbstgebauten Flugkörpern, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung von Höchstspannungsleitungen gelenkt. Nach Angaben der Ermittler wurden dort mehr als ein Dutzend Vorrichtungen gefunden. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber nicht.

Die Ermittler gehen nach den bisherigen Angaben davon aus, dass die Vorfälle in Bergheim und Jänschwalde auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind. Die Polizei prüft nun, ob auch der Fund in Dormagen in diesen Zusammenhang gehört.

Die „taz“ hatte zuvor über ein Bekennerschreiben zu dem Vorfall in Brandenburg berichtet. Der Poststempel stamme demnach aus Nordrhein-Westfalen. Der Absender stelle sich als Einzeltäter dar und beschreibe die verwendeten Selbstbauraketen. Zugleich verwies er als Motiv auf das „unermessliche Leid“, das durch die Nutzung fossiler Brennstoffe verursacht werde. Die Zeitung betonte jedoch, dass nicht zweifelsfrei geklärt sei, ob der Verfasser des Schreibens tatsächlich der Täter ist.

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