Gut zwei Wochen vor der Duma-Wahl hat der russische Präsident Wladimir Putin Sorgen über die wirtschaftliche Lage seines Landes zurückgewiesen. Bei einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok erklärte Putin, vom wachsenden Haushaltsdefizit gehe kein ernsthaftes Risiko für die russische Wirtschaft aus.
Russland habe weiterhin eine der niedrigsten Staatsverschuldungen weltweit, sagte der Staatschef. Nach Angaben aus dem Bericht stieg das Haushaltsdefizit von Januar bis Juli jedoch um 40 Prozent. Der Internationale Währungsfonds beziffert die russische Schuldenquote auf 19,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Belastet wird die russische Wirtschaft demnach durch die Kosten des Kriegs gegen die Ukraine sowie durch ukrainische Angriffe auf Raffinerien. Diese Faktoren hätten auch die Inflation erhöht.
Eine neue Mobilmachung schloss Putin aus. Spekulationen, wonach nach der Duma-Wahl vom 18. bis 20. September weitere Soldaten rekrutiert werden könnten, wies er als „völligen Unsinn“ zurück.
Zugleich kritisierte Putin die von der ukrainischen Regierung angedrohte Blockade des russischen Luftraums scharf. Es sei skandalös, dass es im Westen bislang keine Reaktionen auf die Ankündigung gegeben habe. Die westlichen Verbündeten der Ukraine beteiligten sich damit am internationalen Terrorismus, sagte Putin.
Nach seinen Worten erschwere eine solche Maßnahme zudem mögliche Verhandlungen über ein Ende der Kampfhandlungen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte internationale Fluggesellschaften dazu aufgerufen, Russland nicht mehr anzufliegen. Zur Begründung verwies er darauf, dass der Luftraum wegen der Drohnenangriffe nicht sicher sei.
Infolge der Attacken werden in Russland laut dem Bericht immer wieder Flughäfen geschlossen. Außerdem werden Starts und Landungen zeitweise ausgesetzt. Der ukrainische Luftraum ist seit Beginn der Kämpfe gesperrt.
Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Duma-Wahl ist für den Zeitraum vom 18. bis 20. September angesetzt.