Bei Veranstaltungen im Zusammenhang mit der AfD sind in Sachsen-Anhalt seit Mai zahlreiche Journalisten angegriffen oder an ihrer Arbeit gehindert worden. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) registrierte nach eigenen Angaben mehr als 30 Vorfälle, bei denen mindestens 43 Reporter betroffen waren.
Allein in den vergangenen drei Wochen des Landtagswahlkampfs habe es 25 Taten gegeben, teilte die Gewerkschaft mit. Das Spektrum reiche von Diffamierungen und gezielter Behinderung der journalistischen Arbeit über Nachstellungen bis hin zu körperlichen Angriffen.
Betroffen waren demnach unter anderem Mitarbeiter schweizerischer und kanadischer Medien sowie von ProSieben, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, dem Westdeutschen Rundfunk, dem Mitteldeutschen Rundfunk und Tageszeitungen.
Nach Darstellung der DJU gingen die Eskalationen vielfach von rechten bis rechtsextremen Medienaktivisten aus. Diese hätten das Umfeld der AfD-Veranstaltungen dominiert.
Bundesweit Aufmerksamkeit erregte zuletzt ein Vorfall in Merseburg. Dort ging ein Youtuber gegen Reporter von Spiegel TV vor. Während der Aufnahme bedrängte er die Journalisten mit konstruierten Fragen und rempelte einen von ihnen an. Anschließend stellte er sich lautstark als Opfer dar.
Die DJU veröffentlichte ihre Angaben im Kontext des Landtagswahlkampfs in Sachsen-Anhalt. Die Nachricht wurde am 3. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks ausgestrahlt.