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September 3, 2026
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Russland kündigt Schließung der Goethe-Institute an

Russland will die deutschen Goethe-Institute im Land schließen. Das kündigte Außenminister Lawrow in Moskau an. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf das angekündigte Ende für das „Russische Haus“ in Berlin.

Betroffen sind neben dem Goethe-Institut in Moskau auch die Kultureinrichtungen in St. Petersburg und Nowosibirsk. Nach Angaben der Präsidentin des Goethe-Instituts, Gesche Joost, arbeiteten zuletzt noch 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten in Russland.

Joost bezeichnete die geplante Schließung im Deutschlandfunk als „historischen Einschnitt“. Sie markiere „das Ende einer Ära der deutsch-russischen Kulturbeziehungen“. Diese habe nach dem Fall der Berliner Mauer begonnen. In den 1990er-Jahren eröffnete das Goethe-Institut Standorte in St. Petersburg, Moskau und später Nowosibirsk.

Ziel der Arbeit sei es gewesen, die Gesellschaften beider Länder über Sprache, Bibliotheken und kulturelle Projekte miteinander in Verbindung zu bringen. „Wir konnten wirklich Menschen miteinander in Verbindung bringen, und das hat jetzt ein Ende gefunden“, sagte Joost.

Die Sicherheit der Beschäftigten stehe nun an erster Stelle, erklärte die Institutspräsidentin. Die Mitarbeiter hätten bereits in den vergangenen Jahren unter schwierigen Bedingungen gearbeitet. Das Goethe-Institut stehe deshalb in engem Kontakt mit dem Generalkonsulat, der deutschen Botschaft und dem Auswärtigen Amt. Die Lage werde fortlaufend bewertet.

Die Schließung des „Russischen Hauses“ gehört zu mehreren deutschen Maßnahmen gegen Russland. Auch das russische Generalkonsulat in Bonn soll geschlossen werden. Die Bundesregierung macht Moskau für einen versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle im vergangenen Monat verantwortlich. Russland weist eine Beteiligung zurück.

Ungeachtet der Spannungen will Moskau die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland aufrechterhalten. Kremlsprecher Peskow zufolge bleibt der russische Botschafter in Berlin im Amt. Die geplante Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn bezeichnete er als absurd.

Nach Einschätzung des Deutschlandfunk-Hauptstadtkorrespondenten Vladimir Balzer gab es zunächst noch keine praktischen Schritte der russischen Behörden zur Umsetzung der Schließungen. Daher sei offen, wann und wie die Einrichtungen tatsächlich geschlossen würden. Auch ein vorläufiger Weiterbetrieb könne nicht ausgeschlossen werden.

Bundesaußenminister Wadephul (CDU) bedauerte die Entscheidung. Das Goethe-Institut habe in Russland eine wichtige Funktion als Kulturbrücke übernommen, sagte er in Weimar. Auch der Deutsche Kulturrat kritisierte den Schritt. Geschäftsführer Olaf Zimmermann erklärte, nun würden „die allerletzten Türen geschlossen“.

Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung wurden inzwischen zwei Tatbeteiligte des Anschlagsversuchs identifiziert. Dabei soll es sich um einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass sowie einen Mann aus Belarus mit russischem Pass handeln. Der Kreml bestreitet weiterhin eine Verantwortung für den Vorfall.

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