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September 3, 2026
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Freispruch in Malta: Auftraggeber im Mordfall Daphne Caruana Galizia bleibt unbekannt

Fast neun Jahre nach dem Mord an der maltesischen Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia ist die Frage nach dem Auftraggeber weiterhin ungeklärt. Der Geschäftsmann Yorgen Fenech wurde von Geschworenen in Valletta vom Vorwurf freigesprochen, den Mord in Auftrag gegeben zu haben.

Nach der Urteilsverkündung verließen Fenech und seine Sicherheitskräfte das Gerichtsgebäude unter dem Protest wartender Menschen. Demonstranten beschimpften den 44-Jährigen unter anderem als „Mörder“, „Abschaum“ und „Mafia“.

Für die Familie der Journalistin war die Entscheidung ein Schock. Ihr Sohn Matthew Caruana Galizia bezeichnete das Urteil als „schreckliche Entscheidung“ und später als „obszön“. Die Entscheidung widerspreche aus seiner Sicht den Beweisen und der Logik.

Die Männer, die die Bombe beschafft, unter dem Fahrersitz des Autos platziert und aus der Ferne gezündet hatten, sind bereits verurteilt. Ein rechtskräftig identifizierter Auftraggeber existiert bislang jedoch nicht.

Fenech galt lange als zentrale Figur der Ermittlungen. Er wurde im November 2019 festgenommen, nachdem er mit seiner Luxusyacht den Hafen verlassen hatte. Mehr als fünf Jahre saß er in Untersuchungshaft. Anfang 2025 kam er unter strengen Auflagen gegen Kaution frei. Sein Prozess begann erst in diesem Sommer. Acht der neun Geschworenen folgten am Ende nicht der Argumentation der Anklage.

Die Staatsanwaltschaft stützte sich vor allem auf die Aussage des geständigen Mittelsmanns Melvin Theuma. Dieser hatte erklärt, Fenech habe ihn mit der Organisation des Mordes beauftragt. Für seine Zusammenarbeit mit den Ermittlern erhielt Theuma eine Begnadigung. Die Verteidigung stellte seine Glaubwürdigkeit wegen Widersprüchen und früherer Falschaussagen infrage.

Die Anklage verwies außerdem darauf, dass Caruana Galizia über das Energiekonsortium Electrogas und Fenechs Firma 17 Black recherchiert habe. Daraus leitete sie ein mögliches Motiv ab. Eine unmittelbar bevorstehende Veröffentlichung, die für Fenech gefährlich hätte werden können, gab es jedoch offenbar nicht.

Hinweise auf einen manipulierten Prozess oder einen fehlenden fairen Ablauf liegen bislang nicht vor. Für eine Verurteilung hätte Fenechs Schuld zweifelsfrei feststehen müssen. Die Familie der Journalistin kritisiert deshalb auch institutionelle Versäumnisse. Eine staatliche Untersuchung hatte 2021 festgestellt, eine „Atmosphäre der Straflosigkeit“ habe in Malta Bedingungen geschaffen, unter denen der Mord möglich geworden sei.

Seitdem wurden Reformen angekündigt und teilweise umgesetzt. Eine umfassende Reform zum Schutz der Medienfreiheit steht jedoch weiterhin aus. Die EU-Kommission bescheinigte Malta zuletzt nur begrenzte Fortschritte. Zentrale Empfehlungen aus der Untersuchung zum Mord an Caruana Galizia seien noch nicht erfüllt.

Nach dem Freispruch ordnete Richterin Edwina Grima an, die im Prozess vorgelegten Beweise an den Polizeipräsidenten weiterzuleiten. Dieser soll prüfen, ob sich daraus strafrechtliche Schritte gegen weitere Personen ergeben. Auch nach Angaben des früheren Premierministers Joseph Muscat laufen weitere Ermittlungen.

Das maltesische Journalisteninstitut IĠM forderte, alle im Prozess sichtbar gewordenen Spuren weiterzuverfolgen. Der Freispruch müsse als Ergebnis eines rechtsstaatlichen Verfahrens respektiert werden, schließe die Ermittlungen zum Mord aber nicht ab.

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