Taiwan hat nach eigenen Angaben Schiffe der Küstenwache entsandt, um zwei chinesische Küstenwachschiffe vor der Ostküste des Inselstaats zu beobachten. Die Maßnahme erfolgte, nachdem China erneut eine Kontrollpatrouille in den Gewässern östlich von Taiwan angekündigt hatte.
Die taiwanische Küstenwache erklärte am Donnerstag im Onlinedienst X, die eigenen Schiffe seien als Reaktion auf eine Stellungnahme der chinesischen Küstenwache eingesetzt worden. Darin war von einer erneuten „Kontrollpatrouille“ in den Gewässern östlich Taiwans die Rede.
Nach taiwanischen Angaben befanden sich zwei chinesische Küstenwachschiffe am Donnerstagvormittag Ortszeit etwa 105 Seemeilen beziehungsweise 195 Kilometer sowie 74 Seemeilen beziehungsweise 137 Kilometer östlich einer Insel im Südosten Taiwans.
Die taiwanische Küstenwache bezeichnete das Vorgehen Pekings als „Kampagne der kognitiven Kriegsführung“. Zugleich erklärte sie, weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen zu wollen, um die nationale Souveränität zu schützen und die Sicherheit der taiwanischen Gewässer zu gewährleisten.
Die Spannungen in den Gewässern östlich Taiwans hatten zuletzt zugenommen. Schiffe der chinesischen Küstenwache hatten dort im Juni erstmals Patrouillen ausgeführt.
China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und will den Inselstaat nach eigenen Angaben notfalls mit militärischen Mitteln wieder mit dem Festland vereinen. Den militärischen Druck auf Taiwan hat Peking in den vergangenen Jahren verstärkt. Taiwan weist die Ansprüche Chinas zurück.